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Jüdische Kritik an deutschen Bischöfen

Israel-kritische Aussagen deutscher katholischer Bischöfe haben empörte Reaktionen des Zentralrats der Juden hervorgerufen. Sie bewegten sich an der Grenze des Antisemitismus.

Als „entsetzlich und völlig inakzeptabel“ bezeichnete Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch die Äußerungen, die die Lebensbedingungen der palästinensischen Bevölkerung mit denen in den Ghettos unter der Naziherrschaft verglichen haben sollen.

Damit würden Klischees bedient, „die sich hart an der Grenze des Antisemitismus bewegen.“ Von der Bischofskonferenz wurden die jüdischen Vorwürfe zurückgewiesen. Die Pilgerfahrt des Episkopats sei durchgängig von einer „hohen Sensibilität“ geprägt gewesen, hieß es.

Der israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, warf den Bischöfen „Demagogie“ vor. Sie hätten nicht zu Aussöhnung und Frieden beigetragen, sondern das Gegenteil erzeugt.

Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des verstorbenen Zentralratspräsidenten Heinz Galinski, nahm die Bischöfe gegen die Vorwürfe in Schutz und protestierte in einem Brief „gegen den inflationären Kampfbegriff Antisemitismus“. Nach einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem sei es sogar „Pflicht, die heutigen Zustände in Ramallah und in den besetzten Gebieten anzuprangern.

Die Bischöfe hatten unter dem Eindruck der existenziellen Bedrohung der christlichen Minderheit eine Pilgerfahrt nach Israel und Palästina unternommen und sich sehr besorgt über die Lage der Glaubensbrüder gezeigt. Sie kritisierten die „erschreckende, geradezu katastrophale Situation“, der die Palästinenser ausgesetzt seien. Als „tragisch“ hatte der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn kürzlich den Rückgang des Anteils der Christen in den Ursprungsgebieten des Christentums bezeichnet.

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