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Jazzlegende Richard Oesterreicher verstorben

©Screenshot ORF
Richard Oesterreicher mag Herrn und Frau Österreicher nicht mehr in jedem Falle ein Begriff sein, seine unsterbliche Fußballhymne "Immer wieder Österreich" aber sehr wohl.

Dabei sind die Stadiongesänge nur ein kleiner Seitenstrang im großen Œuvre des Jazzers, der Akkordeon, Klavier, Gitarre und Mundharmonika gleichermaßen beherrscht. Am Dienstag starb Oesterreicher im Alter von 90 Jahren. Das teilte sein Sohn der APA am Mittwochabend mit.

Sein Leben mit der Musik

Richard Oesterreicher wurde am 10. November 1932 in Wien geboren. Von Anfang an mit Musik konfrontiert entschied sich der Sohn eines Musiklehrers 1947 dennoch zunächst für eine Lehre als Schriftsetzer - ein Beruf, den er auch zehn Jahre lang ausübte. Die Musik lief nebenbei mit: Oesterreicher lernte zunächst Akkordeon und Klavier, später auch Gitarre. Als Amateur widmete er sich hauptsächlich dem Jazz, 1958 gab er schließlich seinen erlernten Beruf ganz für die Musikleidenschaft auf.

Nach einigen Auftritten in Wiener Bars übernahm er die Leitung einer Band, die er in Richard Oesterreich Quartett umbenannte. In den folgenden Jahren war er als Berufsmusiker mit unterschiedlichen Formationen unterwegs - bis schließlich die entscheidende Wende in der Vita des Jazzers anstand: Der ORF gründete eine 20 Mann starke Band und engagierte Oesterreicher. Fortan war er fest mit dem Österreichischen Rundfunk verbunden, arbeitete als Studiogitarrist, Arrangeur und Musiker im Unterhaltungsorchester. 1972 wurde er Mitglied der ORF Big Band, in der er sich so etablierte, dass er 1974 deren musikalische Leitung übernahm. Er komponierte unter anderem die Signations für die ORF-Shows "Wer A sagt", "Champion", "O du mein Österreich" und "Countdown".

Das Jazzurgestein

Auch beim Eurovision Song Contest waren Oesterreicher und die ORF Big Band einige Male zu hören, etwa bei Blue Danubes "Du bist Musik", "Keine Mauern mehr" von Simone oder dem Thomas-Forstner-Klassiker "Venedig im Regen". Nebenbei hörte Oesterreicher jedoch nie auf, in eigenen Bands zu spielen. 1981 gründete er die Richard Oesterreicher Big Band, die in Fernsehshows auftrat und auch Platten produzierte. Oesterreicher arbeitete dabei mit Künstlern wie Udo Jürgens, Peter Alexander oder José Carreras zusammen.

Aber nicht nur mit großer Band, auch alleine mit seiner Mundharmonika begeisterte Oesterreicher sein Publikum, etwa an der Seite von Toni Stricker, Herb Ellis oder Viktor Gernot. So ließ ihn auch im vermeintlichen Ruhestand die Musik nie ganz los - begeisterte das Jazzurgestein doch noch lange als einer der wenigen Mundharmonikasolisten Österreichs.

(APA)

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