Java: 339 Tote bei Tsunami

Einen Tag nach dem Seebeben vor der indonesischen Insel Java laufen am Dienstag die Rettungsbemühungen auf Hochtouren. 339 Menschen wuden durch den Tsunami getötet.  

Weitere 136 wurden noch vermisst, wie die Behörden mitteilten. Allein in dem beliebten Ferienort Pangandaran wurden mindestens 181 Menschen in den Tod gerissen, unter ihnen auch mehrere Ausländer. Die Zahl der Verletzten wurde mit 601 angegeben.

Rund 23.000 Menschen flohen nach der Flutwelle, entweder weil ihre Häuser zerstört wurden oder weil sie einen weiteren Tsunami befürchteten. Das Seebeben der Stärke 7,7 hatte am Montag zu einer zwei Meter hohen Flutwelle geführt, die Urlaubsorte und Fischerdörfer an einem rund 180 Kilometer langen Küstenabschnitt von Java zerstörte. Weite Teile der Region waren am Dienstag noch ohne Strom, und viele Straßen waren blockiert. In den Trümmern der Häuser wurden zahlreiche weitere Tote vermutet.

Im Bezirk Cilacap nahe Pangandaran wurden mindestens 89 Menschen getötet, wie Polizeisprecher Dody Sumantiawan mitteilte. Mehr als 70 weitere würden noch vermisst. 44 Leichen wurden nach Behördenangaben in Tasikmalaya gefunden, 13 Menschen starben laut Rundfunkberichten an anderen Küstenabschnitten. Die Fundorte der anderen Todesopfer waren nicht bekannt.

Unter den Toten befand sich nach Angaben aus Stockholm ein Mann aus Schweden. Zwei schwedische Kinder würden noch vermisst, teilte das Außenministerium mit. Auch ein Mann aus Pakistan wurde getötet. Ein Vertreter des niederländischen Konsulats in der Stadt Bandung sprach von drei Opfern aus den Niederlanden, das Außenministerium in Den Haag konnte dies aber zunächst nicht bestätigen. Es gab am Dienstag weiterhin keine Hinweise auf betroffene oder gar vermisste Österreicher. Das sagte eine Sprecherin des Außenministeriums auf APA-Anfrage. Es lagen auch keinerlei Informationen vor, dass sich Touristen aus Österreich zum Unglückszeitpunkt in der Region befunden hätten.

Ein Augenzeuge berichtete, eine halbe Stunde vor dem Tsunami habe sich das Meer rund 500 Meter vom Strand zurückgezogen. „Ich konnte die Fische auf dem Meeresboden sehen“, sagte er. Später sei die Welle gekommen „wie eine schwarze Wand“. Andere Augenzeugen erklärten, bis zu fünf Wellen seien an die Küste gekracht und hätten Fischerboote 100 Meter weit auf das Festland gezogen. Die Inhaberin eines Strandkioskes sagte, die Flutwelle habe ihr ihren sechs Jahre alten Sohn aus den Armen gerissen. „Das Wasser war zu stark“, sagte die Frau, die ihren Namen mit Ira angab.

Von der Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 war Java verschont geblieben. Damals kamen allein auf Sumatra mehr als 130.000 Menschen ums Leben. Insgesamt wurden mehr als 200.000 Menschen getötet.

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