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Japan warnt Nordkorea vor Raketentest

Japan hat Nordkorea am Montag erneut vor einem möglichen Test einer Langstreckenrakete gewarnt. Pjöngjang sei aufgefordert worden, alle entsprechenden Vorbereitungen zu stoppen.

Zahlreiche Länder haben am Montag den diplomatischen Druck auf Nordkorea erhöht, um das ostasiatische Land zum Verzicht auf einen möglicherweise geplanten Langstreckenraketentest zu bewegen. Japan, die USA, Australien und Neuseeland warnten Pjöngjang vor ernsten Konsequenzen, sollte tatsächlich eine Rakete vom Typ Taepodong-2 abgefeuert werden . Ein solcher Schritt würde Nordkorea international weiter isolieren.

„Japan hat Nordkorea aufgefordert, den Versuch eines Raketenstarts zu stoppen“, sagte der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi in Tokio. „Wenn Nordkorea jedoch nicht einlenkt und eine Rakete abfeuert, müssen wir mit den Vereinigten Staaten beraten und strenge Maßnahmen ergreifen“, fügte Koizumi hinzu. Der US-Botschafter in Japan, Thomas Schieffer, nannte Sanktionen als eine mögliche Reaktion auf einen Raketentest. „Nordkorea hat nichts vom Abschuss einer Rakete zu gewinnen“, sagte der japanische Regierungssprecher Shinzo Abe. Japan werde allein sowie in Abstimmung mit den USA mit „harten“ Maßnahmen reagieren, sollte Nordkorea diesen Schritt unternehmen.

Nordkorea scheint die Betankung der Rakete abgeschlossen zu haben, berichtete am Montag die südkoreanische Zeitung „Chosun Ilbo“ unter Berufung auf Geheimdienstkreise in den USA und Südkorea. Nordkorea sei nur noch einen „Knopfdruck“ vom Start der Rakete entfernt, zitierte das Blatt einen Beamten des Außenministeriums in Seoul. Die südkoreanische Regierungspartei forderte Pjöngjang auf, mit einem Raketentest einen Freund nicht in Gefahr zu bringen. Die Opposition warf der Regierung vor, nicht entschlossen genug gegen den nördlichen Nachbarn vorzugehen.

Auch Australien drohte Nordkorea mit „ernsten Konsequenzen“. Außenminister Alexander Downer zeigte sich sehr besorgt über Berichte, wonach das kommunistische Land einen Test mit einer Langstreckenrakete vorbereitet. Neuseeland kündigte an, es werde sich noch in dieser Woche mit einer Botschaft an die nordkoreanische Regierung wenden. Seit Wochen mehren sich Berichte über einen geplanten Test einer Langstreckenrakete in Nordkorea, vermutlich vom Typ Taepodong-2. Ein solcher Test stehe nun möglicherweise unmittelbar bevor, es gebe Anzeichen für entsprechende Vorbereitungen, sagte ein Sprecher der südkoreanischen Regierung am Wochenende. Zeitungen berichteten, laut einer Analyse von Satellitenaufnahmen seien bereits Trägersysteme und Treibstoff bereitgestellt worden.

Einige Experten sagten, die Betankung der Rakete sei ein entscheidender Schritt. Wenn dieser abgeschlossen sei, müsse die Rakete innerhalb von 24 Stunden abgefeuert werden, erklärte Professor Toshiyuki Shikata von der Teikyo-Universität in Tokio. Wenn der Treibstoff länger im Tank bleibe, drohe er das Innere zu zerfressen. Er fügte hinzu, Nordkorea könne aber auch nur den Anschein einer Betankung erwecken, um die internationale Gemeinschaft zu täuschen. Eine neue nordkoreanische Langstreckenrakete könnte auch die USA erreichen. Nordkorea hat sich 1999 ein Moratorium bezüglich der Tests von Langstreckenraketen auferlegt.

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