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Japan: Vorwürfe gegenüber Irak-Geiseln

Drei kürzlich im Irak freigelassenen japanischen Opfer von Geiselnehmern leiden nach ihrer Heimkehr nicht nur unter dem Erlebnis ihrer Gefangenschaft.

Vor allem leiden die drei Japaner auch unter einem beispiellosen Sturm öffentlicher Entrüstung. Von Mitbürgern und auch von Regierungsvertretern wird den Ex-Geiseln vorgeworfen, selbst schuld zu sein, wenn sie in den Irak reisten.

Ein Psychiater, der die Opfer nach ihrer Heimkehr untersuchte, erklärte am Mittwoch, die Drei seien weiter Geiseln in dem Sinne, dass sie nun von ihrer Gesellschaft ausgegrenzt würden.

In Gesellschaft integrieren

Es sei wichtig, sie wieder in die japanische Gesellschaft zu integrieren, bevor sie Symptome posttraumatischer Belastungsstörungen (PTSD) entwickelten, wurde Satoru Saito weiter zitiert. Sie litten unter akutem Stress.

Bei den Opfern handelt es sich um einen 32 Jahre alten freien Fotojournalisten sowie um eine 34 Jahre alte Frau und einen 18-Jährigen, die sich als freiwillige Helfer im Irak aufgehalten hatten. Ihre Entführer hatten zunächst gedroht, sie zu töten, falls Japan seine Soldaten nicht aus dem Irak abziehen sollte. Das hatte die Regierung in Tokio jedoch kategorisch abgelehnt.

Berichte, wonach die japanische Regierung jedoch Lösegeld für die Freilassung ihrer Opfer zahlten, wurden dementiert. Derweil wird in der Regierung über verschärfte Maßnahmen nachgedacht, um ihre Landsleute an der Reise in den Irak zu hindern.

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