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Japan und USA wollen neue Nordkorea-Resolution

Als Antwort auf den Raketentest Nordkoreas streben Japan und die USA eine neue Resolution des Weltsicherheitsrats an. Eine erste Sitzung des 15-köpfigen höchsten Gremiums der Vereinten Nationen, dem derzeit auch Österreich gehört, hinter verschlossenen Türen ging am Sonntag (Ortszeit) zunächst ohne Ergebnis zu Ende. Keine sofortigen Schritte gegen Nordkorea

Die Mitglieder wollten jedoch in den kommenden Stunden weiter beraten, sagte der mexikanische UN-Sicherheitsratspräsident Claude Heller vor Journalisten.

“Wir brauchen eine klare und überzeugende Antwort vom Sicherheitsrat”, betonte die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice nach der mehrstündigen Dringlichkeitssitzung vor Journalisten. “Aus der Sicht der USA ist die einzige angemessene Antwort für eine solche Aktion eine Resolution”, sagte Rice. Der Raketentest sei eine “glasklare Verletzung” der Resolution 1718.

“Auch wenn es keinen Schaden gegeben hat, war es doch ein Zeichen von Nordkoreas Absichten und eine Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit – nicht nur für Japan”, sagte der japanische UN-Botschafter Yukio Takasu vor Journalisten zu Beginn der Sitzung. Der Weltsicherheitsrat müsse eine “klare, starke und einheitliche Reaktion” zeigen, forderte er. Für Japan komme da nur eine neue Resolution in Frage.

Allen internationalen Protesten zum Trotz hatte Nordkorea wie angekündigt am Sonntag eine Rakete mit größerer Reichweite gestartet und damit scharfe Kritik weltweit ausgelöst. US-Präsident Barack Obama sprach von einem “provokativem Akt”. Während auch Südkorea, Japan und die EU den Raketenabschuss scharf verurteilten, mahnten Russland und China alle Parteien zur Zurückhaltung. “Wir hoffen, dass alle Beteiligten ruhigbleiben und Zurückhaltung üben”, sagte am Sonntag die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Jiang Yu.

Der südkoreanische Präsident Lee Myung-Bak kündigte ein “entschlossenes Handeln” seines Landes an. Die Regierung werde “mit der nordkoreanischen Provokation entschlossen und streng umgehen”, sagte Lee am Montag in einer Rundfunkansprache. “Der rücksichtslose Akt, der die regionale und globale Sicherheit gefährdet, kann unter keinen Umständen gerechtfertigt werden.”

Das kommunistische Regime hatte vor mehr als drei Wochen angekündigt, einen “experimentellen Fernmeldesatelliten” in den Weltraum zu schießen. Aus der Sicht der USA sowie Südkoreas und Japans wollte Nordkorea jedoch unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts die Technologie für eine militärische Langstreckenrakete erproben.

Es sei nach dem Raketenstart kein Objekt in die Erdumlaufbahn eingetreten, teilte die nördliche Kommandostelle der US-Streitkräfte auf ihrer Internetseite mit. Die erste Stufe der Taepodong-2-Rakete sei ins japanische Meer und die restlichen Stufen mit der Traglast in den Pazifik gestürzt. Nordkoreas Staatsagentur KCNA indes berichtete, eine um 11.20 Uhr Ortszeit – nach US-Angaben 11.30 Uhr (4.30 Uhr MESZ) – gestartete Rakete vom Typ Unha-2 habe den Satelliten erfolgreich ins Orbit gebracht.

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