Japan: Mindestens sieben Tote bei Taifun

Der Taifun „Chaba“ hat in Japan bis Dienstag mindestens sieben Menschen in den Tod gerissen. Die dritte Sturmflut innerhalb von zwei Wochen führte zu Verwüstungen vor allem im Südwesten des Landes. Hunderte Inlandsflüge wurden abgesagt.

Tausende Menschen mussten evakuiert werden. Eine vierköpfige Schiffsmannschaft wurde nach der Havarie eines Frachters vor Südwestjapan vermisst. Nach Angaben der Polizei wurde ein weiterer Mann schwer verletzt. Auch im US-Bundesstaat Florida und auf mehreren Karibikinseln wurden erneut Sturmwarnungen ausgegeben.

Eine 82-jährige Frau ertrank in ihrem überschwemmten Haus in Kurashiki rund 550 Kilometer westlich von Tokio, wie die Polizei mitteilte. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 108 Kilometern pro Stunde befand sich „Chaba“ am Dienstag im japanischen Meer und bewegte sich mit 70 Stundenkilometern in nordöstlicher Richtung auf die Insel Hokkaido zu. Obwohl der Sturm an Stärke verloren hatte, warnten Meteorologen vor starken Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen im Norden des Landes. Japanische Fluggesellschaften strichen am Dienstag 247 Inlandsflüge, am Vortag gab es bereits hunderte Verspätungen. Im Norden des Landes waren Bahn- und Schiffsverbindungen unterbrochen.

Zuvor war „Chaba“ über den Südwesten der Insel hinweggefegt und hatte dort schwere Verwüstungen angerichtet. Fernsehsender zeigten Bilder von entwurzelten Bäumen und eingeschlagenen Häusern. Die Behörden ordneten die Evakuierung von rund 5.900 Menschen im Südwesten des Landes an. Medienberichten zufolge wurden rund 13.000 Häuser überflutet. In der Stadt Takamatsu ertrank ein Mann in seinem Auto; nicht weit davon starb eine Frau, als sie vom Dach ihres Hauses stürzte. Vier weitere Menschen starben auf der Insel Kyushu im Süden des Landes.

Ein 26-Jähriger lag mit schweren Verletzungen im Koma, nachdem ein Windstoß ihn von seinem Balkon in sieben Meter Höhe gestoßen hatte. Die vietnamesische Besatzung eines Frachters wurde auch am Dienstag noch vermisst. Ihr Schiff war zuvor vor der südwestlichen Küste auf Grund gelaufen. Nach den Stürmen „Aere“ und „Megi“ ist „Chaba“ bereits der dritte Taifun, der die Region in den vergangenen zwei Wochen heimsuchte. Allein „Megi“ tötete Mitte August neun Menschen in Japan; tausende wurden obdachlos.

Auch im US-Bundesstaat Florida und auf mehreren Karibikinseln wurden bereits am Montag Sturmwarnungen ausgegeben. Das Zentrum des Hurrikans „Frances“ befand sich am Montagabend (Ortszeit) rund 300 Kilometer nordöstlich von Puerto Rico, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA mitteilte. Bei Windgeschwindigkeiten von 205 Kilometern pro Stunde bewegte sich der Sturm mit 22 Stundenkilometern westwärts. Mitte August wurden in Florida durch den schlimmsten Wirbelsturm seit zwölf Jahren 20 Menschen getötet. „Charley“ war von Kuba kommend mit 235 Stundenkilometern durch den US-Bundesstaat gerast und hatte dabei Zehntausende Häuser zerstört oder beschädigt.

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