AA

Japan: Erdbeben fordert 400 Verletzte

Bei einem Erdbeben der Stärke von 7,0 auf der Richterskala in Westjapan ist am Sonntag mindestens ein Mensch getötet worden, etwa 400 wurden teils schwer verletzt. Mehrere Gebäude auf der Insel Kyushu wurden völlig zerstört. 

Die Auswirkungen des Erdbebens waren selbst in Südkorea noch zu spüren. Hunderte Menschen liefen aus Angst vor den heftigen Erschütterungen ins Freie.

Stellenweise fiel auf Kyushu der Strom aus, Wasser- und Gasleitungen barsten, Telefonverbindungen wurden unterbrochen. Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen und zahlreichen anderen Bahnen in den betroffenden Gebieten musste vorübergehend ausgesetzt werden.

Eine sowohl in Westjapan wie auch in Südkorea von den Meteorologischen Behörden ausgegebene Warnung vor Flutwellen (Tsunami) wurde wieder aufgehoben. In wankenden Bürohochhäusern und Wohnungen stürzten durch die Erschütterungen, die sich um 10.53 Uhr Ortszeit einsetzten, Möbel und Regale um. Es gab mehrere Nachbeben. In der Stadt Fukuoka wurde eine 75 Jahre alte Frau unter den Trümmern einer eingestürzten Wand begraben. Sie starb später im Krankenhaus an ihren Verletzungen.

Etwa 400 Menschen in der Stadt mussten in Krankenhäusern behandelt werden, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Einige erlitten schwere Verletzungen wie Knochenbrüche. Ein Mann erlitt Verletzungen am Gesäß, als er vor Schreck aus dem ersten Stock seines Hauses gesprungen war. Fast 800 Bewohner Fukuokas suchten nach Angaben der Behörden Schutz in öffentlichen Einrichtungen. Zudem würden 500 der 750 Bewohner der schwer verwüsteten Insel Genkai nordöstlich Fukuokas in Sicherheit gebracht.

In rund 2.600 Haushalten der gleichnamigen Provinz Fukuoka fiel zeitweise der Strom aus. An 50 Stellen schlugen Gasleitungen Leck. An einer Stelle löste sich ein Erdrutsch. Die Zentralregierung in Tokio richtete einen Krisenstab ein. Polizei und Feuerwehr schickten Notfallteams in die betroffenen Regionen. Ministerpräsident Junichiro Koizumi entsandte ein Inspektionsteam.

Das Epizentrum des Bebens lag in neun Kilometern Tiefe im Meer, rund 70 Kilometer vor der Stadt Shimonoseki. Japan gehört zu den am stärksten von Erdbeben bedrohten Gebieten der Welt. Das ostasiatische Inselreich verfügt über ein nahezu lückenloses Mess- und Vorwarnsystem für Beben und Flutwellen.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Japan: Erdbeben fordert 400 Verletzte
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.