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Jahresgewinn verdoppelt

Der international tätige Lichtkonzern Zumtobel AG mit Sitz in Dornbirn hat im Geschäftsjahr 2004/05 (per 30.4.) ein deutlich besseres Ergebnis erzielt und damit seinen schon im Vorjahr geschafften Turnaround verfestigt.

Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 29,1 Mio. Euro, das Vorjahresergebnis von 12,6 Mio. Euro konnte damit mehr als verdoppelt werden. Das Betriebsergebnis (EBIT) beträgt 83,6 Mio. Euro (+41,2 Prozent zum Vorjahr von 59,2 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr 2005/06 wird die Restrukturierung fortgesetzt und in Wachstumsinitiativen investiert, ein Börsegang ist „mittelfristig“ eine von mehreren Möglichkeiten. Zuvor sollen sich die Erträge nachhaltig weiter verbessern.

Der Umsatz des Gesamtkonzerns fiel leicht um 1,1 Prozent auf 1,129 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,142 Mrd. Euro), eine etwas „enttäuschende“ Entwicklung, sagte Konzernchef Andreas Ludwig bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Wien. Bei den Beschäftigten wurde im Konzern durch Werksschließungen in Dänemark und Australien sowie dem Verkauf des Werks in Belleville (Frankreich) von 7.643 auf 7.000 recht kräftig abgebaut. Fast 2.000 der Zumtobel-Mitarbeiter sind in Österreich beschäftigt, hier blieb die Mitarbeiterzahl laut Ludwig stabil.

Auf Grund der positiven Ergebnisentwicklung konnten die Nettoverbindlichkeiten um 50 Mio. Euro auf 397,1 Mio. Euro gesenkt werden. Das Eigenkapital erhöhte sich auf 173,6 Mio. Euro (147,1 Mio. Euro), die Eigenkapitalquote stieg auf nun 17 Prozent (13,9 Prozent). Finanzvorstand Thomas Spitzenpfeil zeigte sich mit dem verbesserten Ergebnis „in Folge der Restrukturierung und äußerst disziplinierten Kostenmanagements“ zufrieden, mittelfristig sei eine zweistellige EBIT-Marge (04/05: 7,4 Prozent) sein Ziel.

Für einen möglichen Börsengang des Konzerns, von dem 49,95 Prozent im Besitz des US-Investors KKR (Kohlberg, Kravis und Roberts) und der Rest im Besitz der Familie Zumtobel stehen, gebe es derzeit keine konkreten Pläne, betonte Ludwig. Für den mittelfristig erwarteten Ausstieg des US-Partners gebe es drei Möglichkeiten: Der KKR-Anteil könnte entweder an einen anderen Finanzinvestor, einen strategischen Partner oder über die Börse verkauft werden. „Aus heutiger Sicht gibt es darüber noch keine Diskussion“, so Ludwig. Die Zusammenarbeit mit KKR, der drei von sechs Mitgliedern des Zumtobel-Aufsichtsrats stellt, verlaufe „sehr professionell“.

Der Zumtobel-Konzern besteht aus Zumtobel Staff, Thorn und TridonicAtco (Komponentengeschäft), die weiter als differenzierte Marken profiliert werden. Zumtobel Staff wird als „design- und architekturorientierte emotionale Marke“ positioniert, während bei Thorn mehr Technik und Funktionalität im Vordergrund stehen, erläuterte Ludwig. Prestigeprojekte für Zumtobel Staff sind etwa die Beleuchtung der Ferrari-Geschäfte und des von Zaha Hadid entworfenen BMW-Werks in Leipzig, Thorn wird einen neuen Terminal am Flughafen London-Heathrow beleuchten. TridonicAtco hatte – laut Ludwig teils währungsbedingt – mit starken Umsatzrückgängen in Australien zu kämpfen, die zur Schließung eines Werks in Sydney führten.

Im bereits angelaufenen Geschäftsjahr 2005/06, für das im ersten Quartal (bis 31. Juli) ein weiter verbessertes Ergebnis erwartet wird, will Zumtobel die Restrukturierung fortsetzen. Das Werk Tettnang am Bodensee (Deutschland) wird geschlossen, die dortige Leuchtenproduktion nach Dornbirn verlagert. In Niedriglohnländern sollen die Fertigungskapazitäten ausgebaut werden, für August und November sind Fabrikseröffnungen in Shenzhen und Guangzhou (China) geplant. Mitte 2006 steht die Eröffnung einer Leuchten-Fabrik in Rumänien am Plan. Mittelfristig soll ein Drittel des Produktionsvolumens durch Zukäufe abgedeckt werden, wodurch der Eigenfertigungsanteil von 90 Prozent auf zwei Drittel gesenkt wird.

Als Wachstumsmärkte sieht Zumtobel China, Südostasien sowie Osteuropa, für die Marke Zumtobel Staff sei Nordamerika ein Nischenmarkt. Im April wurde das erste Zumtobel Staff-Lichtforum in New York eröffnet, weiters existieren zwei Fertigungsstätten in den USA. Als neuen Schwerpunkt mit Wachstumspotenzial sieht Zumtobel den Bereich „Hotel & Wellness“, in den Endkundenmarkt will man jedoch höchstens im „gehobenen Wohnungsmarkt“ einsteigen. Hoffnungen setzt Zumtobel auch in ein LED-Joint Venture mit einer Toyoto-Tochtergesellschaft im Technologiezentrum Jennersdorf.

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