Jagd auf die Jäger

Passend zum Kinofilm Jagdfieber wird das Thema von Ubisoft auch für die gängigen Videospielsysteme verwurstet. Ich meine: So ein Thema kann man nicht genug hypen. Jagd auf die Jäger! 

Ähnlich der Filmthematik dreht sich alles um die beiden Helden der Geschichte, Boog und Elliot. Hausbär Boog fristet bei Wildhüterin Beth eigentlich ein glückliches und sorgloses Dasein. Ein Leben in freier Wildbahn wäre für ihn undenkbar. Doch als er eines Tages den vorlauten Junghirsch Elliot trifft, ihm aus der Patsche hilft und sich nachts zusammen mit ihm im örtlichen Supermarkt an schmackhaften Schokoriegeln vergreift, ist Schluss mit lustig. Boog und Elliot werden kurzerhand ausgesetzt und sind fortan auf sich selbst gestellt. Zu allem Übel beginnt nun auch noch die Jagdsaison, bei Jägerrüpel Shaw und seinen Kollegen haben die beiden tierischen Taugenichtse nur einen Wert: Den als Jagdtrophäe.

Zu Beginn des Spiels müssen die beiden tierischen Helden sich aber nicht nur mit Jägern, sondern auch den anderen Waldbewohnern herum plagen. Stinktiere, Eichhörnchen, Biber & Co sind Boog und Elliot nämlich nicht unbedingt freundlich gesonnen. Die beiden verstehen sich aber darauf, die tierische Community auf ihre Seite zu ziehen. Am Ende kämpft der ganze Wald unter der Führung von Elliot und Boog gegen die mordlustigen Jäger. Eigentlich wollen die beiden nämlich nur eins: Heim in ihre gemütliche Garage, um den unliebsamen Gefahren des Waldes den Rücken zu kehren.

Nach Timberline ist es aber ein weiter Weg, fiese von den Jägern gestellte Fallen, Hindernisse und Widersacher warten auf die zwei mutigen Spießgesellen. In der Waldschule erlangt Boog seine natürlichen Bärenkräfte wieder, die in Roleplay Manier individuell zugeteilt werden dürfen. Nicht ganz ernstzunehmen und nicht gerade tierfreundlich missbraucht Boog Elliot und die anderen Tiere des Waldes als Wurfgeschosse, spürt heilende Beeren auf, brüllt Jäger in die Flucht oder legt rasante Sprints aufs Parkett. Ganz im Stil gängiger Schleich-Actiontitel können sich Boog und Elliot in Sekundenschnelle mit Blättern tarnen, um sich an ihre Gegner heran oder an ihnen vorbei zu schleichen. Skunks lassen sich hervorragend als tierische Stinkbomben verwenden, Eichhörnchen geben mit Nuss-Salven als lebende Geschützstellungen Feuerschutz, zielsicher geworfene Hasen krallen sich physikalisch korrekt in hässlichen Jägervisagen fest.

Gerade das Anschleichen und Brüllen macht einen großen Teil des Spiels aus, da sich die Jäger oft nur so dauerhaft vertreiben lassen. Dieses an sich spaßige Element nutzt sich dadurch rasch ab und wird irgendwann zur lästigen Pflichtübung. Dem gegenüber stehen verschiedene Schieß- und Fahrabschnitte, die das Geschehen humorvoll auflockern. Als rasender Schneeball weicht Boog Hindernissen aus, wirft beißwütige Biber auf Brückenpfeiler oder veranstaltet mit Elliot ein Hirschwettrennen. An Abwechslung mangelt es der Filmumsetzung jedenfalls nicht, das lineare Leveldesign und die relativ kurze Gesamtspielzeit dürfte geübte Gamer unterfordern. Motivieren können auf der Haben-Seite die in den 25 Kapiteln einzusammelnden Wildhütermarken, mittels derer Goodies wie Info- und Bildergalerien freigeschaltet werden.

Die Atmosphäre der Filmvorlage kommt dank professioneller deutscher Synchro inklusive artenspezifischer Dialekte sehr gut rüber. Die Animationen sind teils urkomisch und auch sonst können Grafik und Akustik durchaus begeistern – wobei das Spiel auf der Xbox teils deutlich besser aussieht als auf PS2 und Cube, während sich die PC-Optik aufgrund fehlender Effekte knapp hinter und die aufwändiger modellierte 360-Fassung knapp vor der Xbox einreiht.

Fazit: Boogs und Elliots Abenteuer ist sehr kurz, unglaublich linear, extrem einfach, zudem nutzt sich das im Mittelpunkt stehende Objektsuchen und Jägererschrecken mit der Zeit rasch ab. Allerdings ist die Grundidee des Spiels nicht nur witzig, sondern auch pädagogisch wertvoll. Und für Kids und Anfänger, die das Szenario mögen, ist Jagdfieber dennoch ein durchaus empfehlenswerter Titel: Der Preis ist fair, die Lokalisierung vorbildlich, Frustmomente sind Mangelware und die Präsentation ist humorvoll und charmant. In meiner persönlichen Wertung erhält Jagdfieber jedenfalls einen besonderen Platz!

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