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Jackos Belastungszeuge ein Lügner?

Im Kindesmissbrauchsprozess um Popstar Jackson hat dessn Verteidiger den bislang wichtisten Belastungszeugen, den Bruder des mutmaßlichen Opfers, der Lüge bezichtigt - dieser verstricke sich.

Anwalt Thomas Mesereau wies am Dienstag in Santa Maria darauf hin, dass sich der 14-jährige Bruder des mutmaßlichen Missbrauch-Opfers in Widersprüche verstrickt und schon in einem früheren Fall gelogen habe. Jackson wird beschuldigt, im Jahr 2003 einen damals 13-jährigen Jungen mit Wein gefügig gemacht und missbraucht zu haben. Am Vortag hatte der Zeuge Jackson schwer belastet: Er habe zwei Mal gesehen, wie Jackson seinem schlafenden Bruder in die Unterwäsche gegriffen und dabei mit der anderen Hand masturbiert habe.

Die Vorfälle hätten sich auf Jacksons Neverland Ranch abgespielt. Mesereau konfrontierte den 14-Jährigen mit einem Pornomagazin, das Jackson den Jungen gezeigt haben soll. Das Heft stammte aber vom August 2003, als die Familie bereits nicht mehr auf der Neverland Ranch war. „Ich habe nicht gesagt, dass es genau das war“, sagte der Junge zu seiner Verteidigung. Auf Nachfrage gab er zu, in einem früheren Fall unter Eid gelogen zu haben. Damals hatte er ausgesagt, seine Eltern hätten nie Streit gehabt und sein Vater habe ihn nie geschlagen. Die Verteidigung argumentiert, die Familie habe schon einmal mit falschen Behauptungen vor Gericht Geld erstritten: Im November 2001 zahlte die Kaufhauskette J.C. Penney der Familie des Jungen 150.000 Dollar. Wachleute des Unternehmens sollen 1998 das Kind, seine Mutter und einen Bruder auf einem Parkplatz geschlagen und gegen ihren Willen festgehalten haben.

Unstimmigkeiten gab es auch bei der Aussage des 14-Jährigen über den angeblichen Missbrauch. Dabei geht es um ein Alarmsystem, das anschlägt, wenn sich jemand im Vorraum von Jacksons Schlafzimmer aufhält. Während der sexuellen Handlungen sei der Alarm ausgelöst worden, sagte der Junge auf Nachfrage. Dies hatte er am Montag nicht erwähnt und gesagt, dass sein Bruder bei beiden Vorfällen geschlafen habe. Nach der Verhandlung erklärte eine Sprecherin Jacksons, dass sich der Musiker besser fühle als noch am Dienstag. Die „gemeinen und schlüpfrigen Anschuldigungen“ seien falsch und für Jackson beschämend. Der Popstar sei der Ansicht, dass Verteidiger Mesereau exzellent arbeite.

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