IV-Präsidentenwahl 2020: Das sind die Kandidaten

Wer wird IV-Präsident?
Wer wird IV-Präsident? ©APA, APA/IV-VORARLBERG/STUDIO FASCHING/LUCA FASCHING
Drei Männer wollen die Führung der Industriellenvereinigung (IV) übernehmen.

Bei den Inhalten unterscheiden sie sich nur in Nuancen. Die Entscheidung wird daher eher über "softe" Faktoren vom Führungsstil bis zur Stärke der Netzwerke fallen. Der Ausgang der Wahl am 18. Juni, bei der sich erstmals in der Geschichte der Industriellenvereinigung drei Kandidaten einer Kampfabstimmung stellen, ist offen.

Video: Was ist die Industriellenvereinigung?

Inhaltlich liegen die zentralen Probleme auf der Hand. Zunächst gilt es, die Coronakrise zu überwinden, durchaus in Zusammenarbeit mit der Politik und Sozialpartnern. Dann muss der Standort Österreich gestärkt werden, damit die heimische Industrie international wettbewerbsfähiger wird. Dazu gehören Steuersenkungen, auch niedrigere Einkommenssteuern für einen sozialen Ausgleich. Nachhaltigkeit, ökologisches Wirtschaften, Bildung und eine intensive Vernetzung auf EU-Ebene sind weitere Themen.

Und in der Bevölkerung die Industrie als zentrales Element der heimischen Wirtschaft positiv verankern. "Die zentralen Themen der Industrie liegen auf der Hand, es ist ja erfreulich, dass wir eh die gleiche Stoßrichtung haben", formuliert es einer der Kandidaten im Gespräch mit der APA.

IV-Wahl: Eder im Portrait

Zur Wahl stehen der frühere voestalpine-Chef Wolfgang Eder (Jahrgang 1952), Georg Knill (Jahrgang 1973), der gemeinsam mit seinem Bruder in zwölfter Generation die gleichnamige Unternehmensgruppe leitet und Chef der steirischen IV ist, sowie der Vorarlberger Martin Ohneberg (Jahrgang 1971), der 2011 die Industriegruppe Henn übernahm und sich als "Selbstmade" bezeichnet und die IV Vorarlberg leitet.

IV-Wahl: Knill im Portrait

Was genau im Bundesvorstand der IV den Ausschlag geben wird, ist unklar. Alle drei Kandidaten betonen, weder das Alter noch die Frage, ob man ein eigenes Unternehmen führe, seien ausschlaggebend. Dennoch vermerkte Eder im Gespräch mit Journalisten, diese Faktoren seien im vorgeworfen worden. Und dass der scheidende Präsident Georg Kapsch, entgegen der Gepflogenheiten, sich für Knill als seinen Nachfolger ausgesprochen hat, wollen auch alle drei nicht als spielentscheidend sehen. Knill dazu: "Persönlich freut es mich, für das Wahlverhalten am Donnerstag sehe ich es als sehr neutral".

Martin Ohneberg im Interview

Keine Parteimitglieder

Alle drei Kandidaten betonen, dass sie keine Parteimitglieder seien und auch keine Parteinähe haben. Die Unabhängigkeit und Überparteilichkeit der IV sei ein zentrales Element. Auch der Präsident persönlich müsse finanziell und politisch unabhängig sein.

Eder formuliert unter den drei Kandidaten den stärksten Reformbedarf in der IV selber. "Vielleicht zu vieles ist hier Gewohnheit selber. "Vielleicht zu vieles ist hier Gewohnheitsrecht mit weitem Interpretationsspielraum" schrieb er den Mitgliedern in seinem sechsseitigen Konzept. Wenig Verständnis hat er für alte Muster, Funktionen nach Bundesländern und althergebrachten Kategorien aufzuteilen, wie er im Vorfeld vor Journalisten sagte.

Persönliche Gespräche gesucht

Knill und Ohneberg haben im Vorfeld der Wahl zwar die Wahlberechtigten nicht angeschrieben, aber intensiv das persönliche Gespräch gesucht. Beide heben die Notwendigkeit hervor, die Strukturen weiter zu entwickeln und zu "modernisieren".

Video: Martin Ohneberg im Portrait

Eder hat auch noch keine künftigen Vizepräsidenten benannt, die ihn nach der Wahl unterstützen sollen, während Knill und Ohneberg ihre Vizepräsidenten schon bekanntgegeben haben. Einig sind sich alle drei aber, dass das Team der Mitarbeiter in der IV hervorragend arbeite. Insbesondere wollen alle drei mit Generalsekretär Christoph Neumayer weiter arbeiten. (APA)

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