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Italienischer Prinz wird Politiker

Der Enkel des letzten italienischen Königs Umberto II., Prinz Emanuele Filiberto von Savoyen, will in die italienische Politik einsteigen.

Der 34 Jahre alte Spross des italienischen Königshauses, der erst 2003 nach jahrzehntelangem Exil wieder in Italien einreisen durfte, hegt ein eigenes politisches Projekt, wie er im Interview mit der rechten Tageszeitung „Libero“ am Freitag sagte. Sein Ziel sei, „den Italienern Italien zurückgeben“.

„Dieses Land löscht seine Identität und seine Traditionen und vergisst die Werte, auf die es sich stützt. Wenn wir nicht von hier beginnen, werden wir niemals eine Zukunft haben“, sagte der Prinz mit ständigem Wohnsitz in Genf. Der Savoyen-Spross erklärte sich vor allem wegen der wachsenden Einwandererströme nach Italien besorgt. „Man darf die Immigranten nicht kriminalisieren, Ausländer müssen aber unsere Gesetze respektieren, wie wir es tun, wenn wir andere Länder besuchen“, so Emanuele Filiberto.

Der blonde Banker hat 2005 eine kulturelle Bewegung mit dem Namen „Werte und Zukunft“ gegründet. Deren Ziel ist es, „die Werte der Freiheit und der Demokratie zu fördern, die eng mit der historischen Identität verbunden sind“, heißt es in der Webseite der Organisation. Emanuele Filiberto machte nie ein Hehl daraus, die Bewegung in den Dienst der Politik stellen zu wollen. Um sich politisch zu betätigen, will Emanuele Filiberto in sein italienisches Haus in der Region Umbrien übersiedeln. Er hat im September 2003 in der römischen Basilika Santa Maria degli Angeli die um drei Jahre ältere Clotilde geheiratet, von der er zwei Töchter hat. Er hatte erst 2003 mit seinem Vater, Prinz Vittorio Emanuele von Savoyen, nach Italien reisen dürfen, nachdem die Königsfamilie 57 Jahre lang verbannt war. Erst im November 2002 hatte das Parlament den Verfassungsartikel aufgehoben, der den männlichen Erben des vormaligen Königshauses die Rückkehr nach Italien untersagte. Seither hat Emanuele Filiberto das Land mehrfach besucht.

Emanuele Filiberto dürfte mit seinem politischen Projekt aber kaum Erfolgschancen haben. Die ehemalige Königsfamilie ist in Italien nicht sehr beliebt. Prinz Vittorio Emanuele von Savoyen war im vergangenen Juni im Zuge einer Untersuchung wegen Korruption und Förderung von Prostitution verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, Prostituierte angeworben und zu Kunden im Spielcasino der italienischen Exklave Campione d’Italia im Schweizer Tessin geschickt zu haben. Zudem wird ihm Bestechung im Zusammenhang mit der Zulassung von Spielautomaten zur Last gelegt. Die Untersuchung ist noch im Gange.

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