Italienische Apotheker bestreiken Prodi

Die italienischen Apotheker starten am morgigen Freitag einen wilden Streik gegen die Liberalisierungspläne der Regierung von Romano Prodi. Geschäfte bleiben notfalls geschlossen.

Die rund 36.000 Apotheken in Italien wollen ihre Geschäfte geschlossen halten, solange die Regierung das umstrittene Liberalisierungspaket, das derzeit im Parlament diskutiert wird, nicht revidiert. Ohne Ergebnis blieb ein Treffen zwischen der italienischen Apothekervereinigung (Federfarma) und Regierungsvertretern, mit der die Apotheker eine Änderung des Liberalisierungspakets erzielen wollten.

Die Apotheker protestieren gegen das Vorhaben der Regierung, künftig den Verkauf rezeptfreier Medikamente in Supermärkten zu erlauben. Dort könnten die Präparate um mehr als 20 Prozent billiger angeboten werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass etwa in einem Supermarkt eine eigene Verkaufstheke eingerichtet wird, in der ein geprüfter Apotheker arbeitet. Damit dürfen andererseits aber auch junge Apotheker eigene Geschäfte für den Verkauf von nicht rezeptpflichtigen Medikamenten und anderen Waren eröffnen. Schließlich wurde erlaubt, dass einzelne Apotheker mehrere dieser Verkaufseinrichtungen besitzen. „Medikamente kann man nicht verkaufen, als wären sie Wurst“, betonten Vertreter der Apotheker. Mehrere Tausend Apotheker demonstrierten am Mittwoch vor dem Industrieministerium gegen die Regierung.

Auch Taxifahrer und Rechtsanwälte haben in den vergangenen Tagen gegen das Liberalisierungspaket protestiert, das seit dieser Woche im Parlament diskutiert wird. Die Regierung Prodi hat im Senat am Dienstag bereits ein Vertrauensvotum über das Liberalisierungspaket gewonnen.

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