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Italiener machen sich auf mageres Weihnachten gefasst

Die Italiener bereiten sich auf eine magere Weihnachtszeit vor. Die Rezession und zunehmende Arbeitslosigkeit drücken den Konsum. Die Hälfte der Konsumenten wird bei den Weihnachtseinkäufen knausern, berechnete das Eurisko-Institut.

Luxuswaren, elektronische Geräte und Möbel sind die Güter, die am stärksten den Sparkurs der Italiener zu spüren bekommen, berichten italienische Experten.

Der Rotstift wird auch bei den Ausgaben für das Auto angesetzt, was die krisengeschüttelte Pkw-Sparte noch mehr belasten wird. Die Flaute zwingt die redelustigen Italiener sogar, die Ausgaben für das Telefon einzuschränken. Viele Familien melden ihre Festnetz-Telefonanschlüsse ab, sogar die Ausgaben für Handys, die die Italiener meistens jedes Jahr mit neuen Modellen ersetzen, werden seit einigen Monaten restriktiv gehandhabt.

Gegen den Konsumrückgang muss auch die Modebranche kämpfen. Die modebewussten Frauen sparen bei neuer Kleidung, und der Export stagniert. Der italienische Einzelhandel versucht wegen der anhaltenden Konsumflaute mit drastischen Preissenkungen und Rabatten die Kauflust der Verbraucher zu wecken. “Der Schnäppchenjäger kann mit günstigen Gelegenheiten rechnen”, sagte ein Sprecher des Kaufleuteverbands Confcommercio. Nur die Nahrungsmittelbranche kann unbeschwert sein. Trotz der Wirtschaftsflaute wollen die Italiener während der Weihnachtszeit auf gastronomische Leckerbissen nicht verzichten.

Die Hälfte der italienischen Familien (48,8 Prozent) befürchtet einen finanziellen Zusammenbruch und meint, dass sich die Wirtschaftskrise direkt auf ihr Leben auswirken könnte. 40 Prozent der Italiener befürchten den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Die Panik schleicht sich in alle sozialen Schichten ein, belastet aber vor allem Familien mit niedrigem Einkommen, geht aus einem Bericht des Sozialforschungsinstituts Censis hervor.

Jeder vierte Italiener denkt, er müsse seinen Konsum reduzieren, um der Krise Stand zu halten. Den Rotstift setzen vor allem allein stehende Rentner, oder Familien mit Kindern an, in denen ein einziger Partner den Unterhalt verdient. 81.000 Familien seien von der Insolvenz gefährdet, weil sie ihre Wohnungskredite nicht mehr zurückzahlen können.

12 Prozent der italienischen Familien sind von Immobilienkrediten belastet. 32,6 Prozent der Italiener befürchten, sich verschulden zu müssen, um den Folgen der Rezessionsphase Stand zu halten. Wegen der Krise machen sich zwei Drittel der Italiener bei ihren Einkäufen auf Schnäppchenjagd. Die meisten Konsumenten warten auf die großen Rabatte nach Weihnachten, um Kleider und elektronische Geräte zu kaufen.

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