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Italien: Nachzählung hat begonnen

Im Kassationsgericht in Rom hat am Donnerstag die Überprüfung zehntausender Stimmzettel nach der italienischen Parlamentswahl begonnen.

Anders als von Ministerpräsident Berlusconi gefordert, sollen zunächst nur 43.000 Stimmzettel überprüft werden. Es handelt sich um Stimmen, die wegen Unklarheiten zunächst gar nicht mitgezählt, aber auch nicht eindeutig für ungültig erklärt wurden.

Berlusconi hatte am Mittwochabend von „Wahlbetrug“ gesprochen und gefordert, die Ergebnisse aus 60.000 Wahllokalen – das sind fast alle – sowie mehr als eine Million für ungültig erklärte Stimmzettel müssten neu überprüft werden. Er sei zuversichtlich, dass sich das Gesamtergebnis dann ändern werde, sagte Berlusconi nach einem Treffen mit Staatspräsident Ciampi.

Wegen des ausgesprochen knappen Wahlergebnisses – die Mehrheit im Abgeordnetenhaus gewann das Mitte-Links-Bündnis um Romano Prodi mit einem Vorsprung von nur 25.000 Stimmen – untersuchen Richter nun, inwieweit diese Stimmzettel doch noch einbezogen werden müssten. Experten erklärten allerdings, es sei unwahrscheinlich, dass die Nacherhebung das Ergebnis wesentlich ändern werde.

Prodi wartet gelassen auf die Überprüfung der für ungültig erklärten Stimmzettel. Er rechne fest mit einer Bestätigung des Wahlergebnisses. „Wir brauchen uns über nichts Sorgen zu machen, wir sind gelassen. Man muss nur Geduld haben“, sagte Prodi in seiner Heimatstadt Bologna.

Die italienischen Linksdemokraten (DS) übten unterdessen scharfe Kritik an Berlusconi. „Die Mitte-Links-Allianz hat gesiegt, doch Berlusconi will die Niederlage nicht akzeptieren. Sein Verhalten ist angesichts seines Amtes unbegreiflich und unverantwortlich“, sagte DS-Chef Piero Fassino. Die DS ist die stärkste Einzelpartei in Prodis Wahlbündnis „L·Unione“.

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