Italien: Ermittlungen zu Unabomber

In Italien sorgen die Ermittlungen zum mysteriösen "Unabomber", der seit 13 Jahren im Friaul und in Venezien Sprengfallen legt, wieder für Aufsehen.

Die Staatsanwaltschaft von Venedig hat Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter der Polizei aufgenommen. Er soll Beweismaterial manipuliert haben.

Der Polizeimitarbeiter war mit der Überprüfung von Blech beauftragt, das für Bomben verwendet worden war. Der Spurenexperte soll das Blech so manipuliert haben, dass man glaubte, es sei mit Scheren geschnitten worden, die in der Wohnung des 49-jährigen Hauptverdächtigen sichergestellt worden waren.

Noch unklar ist, warum der Kriminaltechniker das Beweismaterial fälschte. Der verdächtige Ingenieur, der bisher stets seine Unschuld beteuert hat, hofft auf die baldige Einstellung der Ermittlungen gegen ihn. „Ich hasse den Unabomber, er hat mein ganzes Leben zerstört“, sagte der 49-Jährige. Der Mann aus der Nähe von Pordenone bestreitet seit Monaten jeden Zusammenhang mit den Sprengfallen und sieht sich als Opfer eines Komplotts. „Es gibt keine Beweise gegen mich. Die Polizei tappt im Dunklen und braucht unbedingt einen Täter. Mein Leben ist zerstört“, klagte der verheiratete Vater einer Tochter, der wegen der Ermittlungen gegen ihn seinen Arbeitsplatz verloren hat.

Der erste Anschlag wurde am 21. August 1994 bei einem Volksfest in Sacile bei Pordenone verübt. Damals explodierte eine Rohrbombe, die drei Personen verletzte. Weitere Sprengkörper dieser Art detonierten in den folgenden Monaten vor einem Supermarkt in Pordenone sowie vor der Kirche der friaulischen Kleinstadt Aviano, wo sich ein US-Militärstützpunkt befindet. Weitere vier Rohrbomben explodierten in der Provinz Pordenone, ohne jemanden zu verletzen.

Durch eine weitere Rohrbombe wurde am 4. August 1996 am Strand von Lignano ein 33-jähriger Urlauber schwer verletzt. Mehrere Sprengkörper derselben Art detonierten in den folgenden Tagen in weiteren Badeorten an der oberen Adria. Im Juli 2000 wurde ein pensionierter Carabiniere in Lignano lebensgefährlich verletzt, als ein Sprengsatz in seinen Händen in die Luft ging. 2004 explodierte ein Textmarker in der Hand eines kleinen Mädchens, das dabei schwer verletzt wurde.

Erst im Mai des vergangenen Jahres explodierte in Caorle ein Sprengkörper in einer Wasserflasche. Dabei wurde ein 28-Jähriger verletzt. Die Flasche war zwischen Felsen unweit des Meeres versteckt.

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