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Ist es so?

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel

Da lassen sich doch glatt Millionen Menschen die Zeit diktieren, verzichten auf eine Stunde im Frühjahr und halten im Herbst die Zeiger an. Die eine heißt Sommerzeit, die andere Winterzeit. Eine Gängelei. Inzwischen will der Volk die Abschaffung. Endlich. Es soll geschehen, aber, wie alles großartig Angekündigte, erst in drei Jahren. Warum? Immer mehr wird in die Zukunft hinein versprochen, immer mehr die Flucht nach vorn gewählt. Erst 2021 Glyphosatverbot, erst 2022 das Plastikhalme-Alibi, 2030 Verbrennungsmotor, 2040 Kohleausstieg? Wer‘s glaubt, wird nicht einmal mehr selig. Vielleicht kommt 2022 die Österreichzeit? Die Polenzeit? Andere? Wer hat dem Volk diesen aufwendigen Schmarren eingebrockt? Es waren die Plotikeri. Wir nehmen das zum Anlass, diese Bezeichnung zu erläutern:

Warum Plotikeri? Warum nicht Politiker? POLITIK ist eine hohe Kunst. Eine soziale Staatskunst, mit philosophischem Hintergrund, mit Haltung, von diplomatischer Kultur. Dieses idealtypische Original ist in unerreichbare Ferne gerückt. Politik ist zum Vasall der Verwaltung geworden, der POLITIKER zum eindimensionalen Klon eines vergilbten Originals: zum PLOTIKERI. Von Interesse an Staatskunst, Ethik, Philosophie, Haltung ist er meilenweit entfernt. Plotikeri sind eine auf persönlichen Vorteil ausgerichtete Kaste: das vierte G’Schlecht, das Rückgratlose. Der Volk ist von wurmförmigen Apparatschiks umgeben, Mutlosen, die statt zu gestalten, hochkriechen, mit Partei-Aufstiegshilfen. Sie besitzen nur einen SELBSTlaut. Den, bei dem der Schnabel am weitesten aufgerissen wird: AAA! Wir treffen auf N’ABG und L’ABG, auf Nesthocker, die nach Fütterung schreien: AAA!

Darunter krabbelt die Kaste der STDTVRTRTR und der GMNDVRTRTR. Ohne SELBSTlaut können sie bestenfalls MITlauten, parteikonform nach Aufstieg geiern. Seit 1952 gibt es auch noch die Euler. Sie eulen in die Eu. Dort hocken noch 750 Euler und eulen. Bist eulen? Wie soll da Politik werden? Es nagben, labgen und eulen Politikklone im teuren Speck der Demokratie und machen sie madig. Der Volk wird sauer, pfeift auf die Demokratie. Sie gerät zur Parteien-Demokratur, zur Modekratur, zuletzt zur Diktatur. An miesem Ende angelangt geben die Plotikeri dann noch dem Volk die Schuld, schließen sich der neuen Macht an oder verdünnisieren sich rechtzeitig.

Der Volk aber will ein bisschen Flock, ein bisschen wohnen, Nest bauen, gebildete Kinder, eine bezahlte Arbeit und – ein bisschen Bier trinken. Der Plotikeri hat viel zu vergeben, das Volksvermögen, er vergibt aber vor allem Armut. Das Versagen der Klone. Eines Tages sagt der Volk: „Mir reichts!“, zieht eine gelbe Weste an und wirft ein paar Auto um. Dann mehr. Daraufhin wirft der Plotikeri dem Volk Politikverdrossenheit vor. Es ist aber Plotikeriverdrossenheit. Ist es so?

©Ulrich Gabriel
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