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Israelische Luftangriffen im Gazastreifen

Bei einer Serie von israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen sind am Montag mindestens 13 Palästinenser getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Der folgenschwerste Angriff ereignete sich am Abend, als Kampfhubschrauber eine Rakete auf ein Auto nahe dem Flüchtlingslager El Burej abfeuerten. Augenzeugen berichteten, der Wagen sei jedoch entkommen, stattdessen hätten zwei weitere Raketen eine Menschenmenge am Einschlagsort der ersten Rakete getroffen.

Nach Angaben des Al-Aksa-Krankenhauses im mittleren Gazastreifen wurden zehn Leichen geborgen. Für die Verletzten reichten die Kapazitäten der Klinik nicht aus, hieß es. Nach palästinensischen Angaben gehörte das Auto Mitgliedern der radikal-islamischen Hamas- Bewegung. Es war der vierte israelische Luftangriff auf Ziele im Gazastreifen an diesem Montag.

Die gezielten Angriffe auf militante Palästinenser hatten am Morgen mit der Bombardierung eines Hauses im Osten der Stadt begonnen, das von den Extremisten als Werkstatt zum Bau von Waffen, darunter Mörsern und Raketen, diente. „Unser Ziel war es, im Gazastreifen eine Hauptversorgungslinie für Waffen der Hamas anzugreifen“, sagte ein israelischer Armeesprecher.

Zwei Stunden später verfolgten Apache-Helikopter dann ein mit zwei militanten Hamas-Aktivisten besetztes Auto in der Innenstadt von Gaza. Sie feuerten zwei Raketen auf das Fahrzeug ab, das vollständig zerstört wurde. Bei der Explosion wurden die beiden Insassen und ein Passant getötet sowie mehrere Kinder zum Teil schwer verletzt, die auf dem Heimweg von Schule und Kindergarten waren.

Der dritte Raketenangriff innerhalb von vier Stunden richtete sich am Mittag dann gegen ein mutmaßliches Versteck militanter Palästinenser am nördlichen Stadtrand von Gaza. Dabei wurde jedoch niemand verletzt. Nach unbestätigten Berichten gab es am Abend noch einen weiteren israelischen Angriff auf ein Ziel am Ostrand von Gaza- Stadt. Über mögliche Opfer dieses fünften Militärschlags am selben Tag lagen zunächst keine Angaben vor.

Die israelische Regierung hatte nach einem schweren Selbstmordanschlag im August in Jerusalem angedroht, sie wolle künftig alle palästinensischen Extremistenführer liquidieren. Einer der Getöteten war nach Armeeangaben Khaled Masri, den der Armeesprecher als einen führenden Waffenbeschaffer bezeichnete.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei verurteilte die Angriffe scharf. Das Vorgehen Israels sei inakzeptabel und nütze den Bemühungen um eine beiderseitige Waffenruhe nicht, sagte Korei nach einer Kabinettssitzung in Ramallah. Er ging nicht auf einen schweren Zwischenfall in der Nacht zuvor ein, bei dem Palästinenser bei Ofra im Westjordanland drei israelische Soldaten erschossen hatten.

Die Al-Aksa-Brigaden, der bewaffnete Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat, hatten sich zu dem Angriff bekannt. Es sei eine Vergeltungsaktion für den israelischen Militäreinsatz in Rafah im Süden des Gazastreifens gewesen, bei dem in den vergangenen zehn Tagen mehr als ein Dutzend Palästinenser getötet wurden.

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