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Israel und Hamas beschießen sich weiter an Grenze zu Gaza

Ein Tunnel von Gaza Richtung Israel
Ein Tunnel von Gaza Richtung Israel
Die militärischen Konfrontationen zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen sind auch am Freitag weitergegangen.

Es ist der intensivste Schlagabtausch seit dem Gaza-Krieg vor fast zwei Jahren. Soldaten seien bei einem Einsatz am Sicherheitszaun mit Mörsergranaten beschossen worden, teilte die israelische Armee am Freitag mit.

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Es sei niemand verletzt worden. Die israelische Luftwaffe habe daraufhin eine Einrichtung der radikal-islamischen Hamas im südlichen Gazastreifen angegriffen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu setzte wegen der Zuspitzung eine Dringlichkeitssitzung seines Sicherheitskabinetts an. Zu den Ergebnissen wollte sich ein Sprecher Netanyahus zunächst nicht äußern.

Angriffstunnel entdeckt

Hintergrund der Konfrontationen ist offenbar die Entdeckung eines weiteren Angriffstunnels der im Gazastreifen herrschenden Hamas durch Israels Armee. Ein im April im Grenzbereich festgenommenes Mitglied des militärischen Hamas-Arms habe im Verhör genaue Informationen über das Tunnelsystem geliefert, teilte Israels Armee mit.

Kurz vor der Entdeckung des Tunnels habe die Hamas angefangen, Soldaten zu beschießen. Seit Dienstag hätten Palästinenser mehr als zehn Mörsergranaten auf Soldaten abgefeuert. Am Donnerstag war bei israelischen Luftangriffen eine Palästinenserin getötet und mehrere Menschen verletzt worden.

Nach den Worten ihres Anführers Ismail Haniyeh will die radikalislamische Hamas “unter keinen Umständen” den Einsatz israelischer Soldaten im Gazastreifen tolerieren. Sie strebe aber keinen neuen “Krieg” mit Israel an. “Wir rufen nicht zu einem neuen Krieg auf”, sagte Haniyeh beim Freitagsgebet in der Stadt Deir al-Balah im Gazastreifen.

Keine “neuen Regeln”

Unter dem Vorwand, unterirdische Tunnel an der Grenze ausfindig zu machen, seien die Soldaten bis zu 200 Meter tief in den Gazastreifen eingedrungen, sagte Haniyeh in seiner Predigt. Die Hamas habe jedoch mehrfach klargemacht, dass die israelische Armee innerhalb der Grenzen des Gazastreifens keine “neuen Regeln” aufstellen dürfe. Die Hamas lehne auch den von der israelischen Armee beanspruchten Korridor von hundert Metern an der Grenze ab.

Die Waffenruhe, die den Gazakrieg im August 2014 beendete, wurde bisher weitgehend eingehalten. Sporadisch feuerten radikale Palästinensergruppen, die mit der Hamas rivalisieren, Raketen in Richtung Südisrael. In den vergangenen 20 Monaten war es aber zu keinem direkten Schlagabtausch zwischen der Hamas und Israel gekommen.

2251 Tote

Laut einem UN-Bericht entdeckte Israel während des Konflikts 2014 insgesamt 32 Tunnel, darunter 14, die vom Gazastreifen bis nach Israel hineinreichten. Israel hatte den Krieg gestartet, um Raketenangriffe aus dem Gazastreifen zu unterbinden und Angriffstunnel zu zerstören. In dem Konflikt wurden 2251 Palästinenser getötet, ein Großteil davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 73 Menschen, darunter 67 Soldaten. (APA)

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