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Israel: Neun Palästinenser und 11-Jährige erschossen

Israelische Soldaten haben am Mittwoch in Jenin und Nablus im Westjordanland insgesamt neun militante Palästinenser erschossen. Außerdem wurde bei dem Einsatz in Nablus ein erst elfjähriges Mädchen getötet, das in der Nähe des Einsatzortes vor dem Haus stand.

In Nablus umstellten Elitesoldaten ein Haus, in dem sich gesuchte Extremisten versteckten. Bei dem anschließenden Schusswechsel starben nach Angaben von Sicherheitskräften vier Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden sowie ein Mitglied der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas und das Mädchen. In Jenin erschoss eine Sondereinheit der Armee vier weitere Kämpfer der Al-Aksa-Brigaden.

Die Armee rückte nach palästinensischen Angaben am frühen Morgen mit etwa 20 Geländewagen und Panzern in die Altstadt von Nablus ein. Militärangaben zufolge waren die fünf in dem Gebäude verschanzten Palästinenser für einen Anschlag verantwortlich, bei dem im Dezember 2003 bei Tel Aviv vier Israelis getötet wurden. Bevor die Soldaten wieder abrückten, riss eine Planierraupe das Gebäude teilweise nieder. Augenzeugen berichteten, die elfjährige Maram el Nahleh habe sich vor ihrer Haustür in der Nähe des Gebäudes aufgehalten, als sie tödlich getroffen wurde.

Stunden später erschoss ein Armeekommando nach palästinensischen Angaben in einer Garage in einem Industriegebiet von Jenin vier weitere Mitglieder der El-Aksa-Brigaden. Zwei Palästinenser wurden verletzt. Militärangaben zufolge gab es außerdem drei Festnahmen. Jenin gilt als Hochburg der Al-Aksa-Brigaden.

Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die tödlichen Armeeeinsätze in Nablus und Jenin. „Diese neuerlichen Verbrechen und diese israelische Politik der Eskalation wird schlimme und zerstörerische Folgen haben“, sagte Arafat-Berater Nabil Abu Rudeina der Nachrichtenagentur AFP.

Aus Furcht vor möglichen Anschlägen zwischen dem jüdischen Neujahrsfest Rosh-ha-Shanah, das am Mittwoch begangen wurde, und dem Versöhnungstag Jom Kippur am 24. September verstärkten die israelischen Behörden ihre Sicherheitsmaßnahmen. Bundespräsident Horst Köhler sandte dem israelischen Staatschef Mosche Katzav zum Neujahrsfest herzliche Glückwünsche. In seinem Schreiben äußerte er die Hoffnung, „dass der mutige Schritt des geplanten Rückzugs aus Gaza ein erster, aber wichtiger Schritt auf dem Weg zum friedlichen Zusammenleben sein wird“.

Laut einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Umfrage sprachen sich 69 Prozent der Israelis für eine Volksabstimmung über den Rückzugsplan von Ministerpräsident Ariel Sharon aus. Falls es zu dem Referendum käme, würden demnach 58 Prozent für den Plan stimmen und 29 Prozent dagegen. Sharon lehnt einen Volksentscheid im Gegensatz zu vielen Mitgliedern seiner rechtsgerichteten Likud-Partei kategorisch ab. Sein Rückzugsplan sieht vor, die jüdischen Siedlungen im Gazastreifen und vier kleine abgelegene Siedlungen im Westjordanland aufzugeben. Gleichzeitig sollen die großen Siedlungen im Westjordanland verstärkt und der Bau der Sperranlage vorangetrieben werden, die in ihrem jetzigen Verlauf die „Grüne Linie“ zum Westjordanland verletzt.

Die US-Armee hat sich für den Tod eines palästinensischen Journalisten entschuldigt, der am Sonntag während eines Live-Berichts aus Bagdad ums Leben gekommen war. US-Kommandant Peter Chiarelli sagte am Mittwoch vor wütenden Kollegen des Getöteten vom Fernsehsender Al Arabiya: „Es tut mir Leid, dass er starb.“ Sein Kollege, US-Kommandant Jim McConville, fügte hinzu: „Wir bedauern den Tod unschuldiger Zivilisten und tun alles in unserer Macht stehende, um solche Verluste bei Kampfhandlungen zu vermeiden.“ Zugleich warnten die US-Militärs die irakische Bevölkerung, sich von Kampfzonen fern zu halten.

Der 28-jährige Palästinenser Mazen al-Tomaizi kommentierte am Sonntag vor laufender Kamera, wie eine aufgewühlte Menge im Zentrum Bagdads über einem brennenden US-Panzer triumphierte, als er offenbar von einer von einem US-Hubschrauber abgefeuerten Rakete tödlich getroffen wurde. Tomaizi arbeitete seit rund einem Jahr für Al Arabiya und für den saudischen Fernsehsender Al Ekhbariya. Nach Angaben des US-Militärs kann nicht endgültig geklärt werden, ob der 28-Jährige von der Rakete getötet oder von Aufständischen erschossen wurde oder bei der Explosion von Munition in dem brennenden Panzer ums Leben kam.

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