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Israel macht mit Sperrzone ernst

Mit einem Artilleriebeschuss des nördlichen Gazastreifens hat Israel am Mittwoch seine Drohung umgesetzt, eine Sperrzone zur Verhinderung von Raketenangriffen zu schaffen.

Nur wenige Stunden zuvor warf die Luftwaffe Flugblätter ab, in denen palästinensische Einwohner aufgefordert wurden, die von Israel wegen der jüngsten Raketenangriffe verhängte Sperrzone zu respektieren. Bewaffnete Palästinenser entführten im Gazastreifen drei Briten.

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hatte am Sonntag die Streitkräfte angewiesen, die Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel zu unterbinden. Kernstück dabei ist die Schaffung einer Sperrzone im nördlichen Gazastreifen entlang der Grenze zu Israel.

„Jeder, der diese Warnung nicht beherzigt, bringt sich in direkte Gefahr“, hieß es in den israelischen Flugblättern. „Wisset, dass die Terrororganisationen euch zu Geiseln und menschlichen Schutzschilden gemacht haben und euren Interessen schaden.“ Israelische Offiziere hatten sich außerdem mit Vertretern der palästinensischen Sicherheitskräfte getroffen, um die neue Politik zu erläutern.

In der Nacht hatte die israelische Luftwaffe nach einem Raketenbeschuss der nordisraelischen Stadt Kiryat Shmona auch eine Stellung palästinensischer Guerillas im Libanon angegriffen. Bei dem Beschuss Kiryat Shmonas wurde nach israelischen Angaben niemand verletzt. Der Luftangriff auf die PFLP-Stellung südlich von Beirut sei eine direkte Reaktion gewesen, erklärten die Streitkräfte.
Bewaffnete Palästinenser verschleppten am Mittwoch im Gazastreifen drei Briten. Nach Angaben der Palästinenserpolizei handelt es sich um eine Frau, die für die Menschenrechtsorganisation Al-Misan arbeitet, und ihre Eltern. Zu der Entführung bekannte sich eine Gruppe mit den Namen „Schwarze Panther“, die Verbindungen zur regierenden Fatah-Bewegung haben soll.

Die Gruppe forderte Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas auf, eine Schwarze Liste mit den Namen von militanter Palästinenser abschaffen. Alle in der Liste aufgeführten Palästinenser sollen daran gehindert werden, den Gazastreifen zu verlassen. Die drei Briten seien in der Nähe des Übergangs Rafah an der Grenze zu Ägypten entführt worden, hieß es. Die Bewaffneten hatten ihren Wagen angehalten und sie dann in einem anderen Fahrzeug weggebracht.

In jüngster Zeit hat es im Gazastreifen eine ganze Reihe von Entführungen gegeben. Meist versuchen Extremisten damit, von den Behörden Zugeständnisse zu erreichen. Keiner der Entführten ist bislang ums Leben gekommen, alle wurden wieder freigelassen. Erst vor einer Woche waren im Gazastreifen ein Niederländer und ein Australier von einer Splittergruppe der radikalen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) entführt und nach ein paar Stunden wieder freigelassen worden. Die „Schwarzen Panther“ hatten Mitte Oktober einen Briten und einen Amerikaner für mehrere Stunden verschleppt.

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