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Israel: Hamas-Führer Rantisi liquidiert

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Hamas-Führer Rantisi wurde am Samstag bei einem gezielten israelischen Luftangriff getötet - Hamas schwört Rache - der Anschlag wird international verurteilt.

Weniger als einen Monat nach der Liquidierung des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Yassin hat Israel am Samstag auch seinen Nachfolger Abdelaziz Rantisi getötet. Der Führer der radikalen Palästinenserorganisation im Gazastreifen ist am Samstag bei einem gezielten israelischen Luftangriff in Gaza ums Leben gekommen.  

Nach Angaben des Schiffa-Krankenhauses in Gaza starb Rantisi auf dem Operationstisch. Aus palästinensischen Kreisen verlautete, bei dem israelischen Angriff seien auch zwei Leibwächter Rantisis ums Leben gekommen. Mehrere Passanten wurden verletzt.

Staatsterrorismus

Der palästinensische Kabinettsminister Saeb Erekat warf Israel Staatsterrorismus vor. „Wir verurteilen in den schärfsten möglichen Worten die Ermordung von Dr. Rantisi“, sagte Erekat. „Das ist Staatsterrorismus, und die israelische Regierung ist voll für die Folgen aus dieser Tat verantwortlich.

Der israelische Kabinettsminister Gideon Esra rechtfertigte den tödlichen Angriff auf Rantisi als Teil eines Kampfs gegen militante Palästinenser, denen in den vergangenen dreieinhalb Jahren 900 Israelis zum Opfer gefallen seien. „Wir müssen diesen Krieg fortsetzen, zu jeder Zeit und an jedem Ort. Und die Geschichte mit Rantisi zeigt, dass das Heer überall zuschlagen kann. Wir müssen weiter machen, wir haben keine andere Wahl“, sagte Esra im israelischen Rundfunk.

Internationale Kritik

Nach der Wende des US-Präsidenten George W. Bush in der Nahost- Politik bekräftigte Palästinenserpräsident Yasser Arafat am Samstag, niemand sei dazu befugt, „Land oder Rechte der Palästinenser aufzugeben“. Bush hatte am Mittwoch nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon in Washington erklärt, eine vollständige Räumung des Westjordanlands sowie eine Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge nach Israel seien unrealistisch.

Die gezielte Tötung von Hamas- Führer Abdelaziz Rantisi durch Israel ist international verurteilt worden. Auch die USA als enger Verbündeter Israels distanzierten sich: Zwar habe Israel „das Recht, sich selbst zu verteidigen“, es müsse aber die „Konsequenzen seiner Handlungen bedenken“, erklärte US -Präsidentensprecher McClellan am Samstag.

Ungesetzlich und kontraproduktiv

UNO-Generalsekretär Annan forderte einen „unverzüglichen Stopp“ der „außergerichtlichen Tötungen“. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Mussa, sprach von „Staatsterrorismus“. Rantisi war am Samstagabend nach einem gezielten Luftangriff in Gaza seinen schweren Verletzungen erlegen.

Der britische Außenminister Straw verurteilte die gezielte Tötung als „ungesetzlich, ungerechtfertigt und kontraproduktiv“. Nach Ansicht des palästinensischen Regierungschefs Korei ist die Tötung des Hamas-Chefs „direkte Folge der Ermunterung und der totalen Parteilichkeit“ der USA für Israel. Diese „terroristische Offensive“ Israels resultiere aus der Rückendeckung der US-Regierung für „die Unterwerfung palästinensischen Landes“, erklärte Korei in Ramallah.

Redaktion: Magdalena Zotti

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