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Israel: Bodeneinsätze auf gesamten Gazastreifen ausgeweitet

Israelische Leuchtraketen am über Khan Yunis im südlichen Gazastreifen
Israelische Leuchtraketen am über Khan Yunis im südlichen Gazastreifen ©APA/AFP
Gut fünf Wochen nach Beginn der Bodenoffensive im Norden des Gazastreifens weitet das israelische Militär seine Einsätze am Boden auf das gesamte Palästinensergebiet aus.

Die Soldaten gingen gegen Ziele der islamistischen Hamas vor, so Armeesprecher Daniel Hagari am Sonntagabend. Zuvor hatten örtliche Medien gemeldet, dass Israels Streitkräfte mit Bodentruppen in den Süden des Gazastreifens vorgerückt seien. Dorthin waren Hunderttausende Palästinenser aus dem Norden geflohen.

Sie hatten sich nach Anweisungen des israelischen Militärs aus dem umkämpften Norden des abgeriegelten Küstengebiets in den Süden zurückgezogen, wo es nun auch verstärkt Kämpfe am Boden geben dürfte. Die Armee habe im nördlichen Gazastreifen stark und gründlich gekämpft und tue dies nun auch im südlichen Gazastreifen, hatte Israels Generalstabschef Herzi Halevi kurz zuvor gesagt - ohne dabei explizit von einer Bodenoffensive zu sprechen. Israelische Bodentruppen sind bereits seit Ende Oktober im Norden im Einsatz.

Massive Luftangriffe

Das Militär habe nun im Süden am Boden Einsätze begonnen, berichteten mehrere israelische Medien am Sonntag unter Berufung auf die Armee. Augenzeugen hatten der Deutschen Presse-Agentur zuvor berichtet, israelische Bodentruppen seien in ein Gebiet östlich von Khan Younis im Süden des Gazastreifens vorgerückt. Die Berichte ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Israelische Bodentruppen sind bereits seit Wochen im Norden des Gazastreifens im Einsatz. Das Militär führte eigenen Angaben zufolge seit dem Ende der mehrtägigen Feuerpause am Freitag im Süden massive Luftangriffe durch. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte erst kürzlich gesagt, ein Bodeneinsatz sei der einzige Weg, die islamistische Hamas zu zerstören.

Angaben der Hamas-Gesundheitsbehörde zufolge wurden im Gazastreifen bisher bereits mehr als 15.500 Menschen getötet und Tausende verletzt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Rund 80 Prozent der rund 2,2 Millionen Einwohner in dem dicht besiedelten Gebiet sind nach UN-Angaben inzwischen Binnenflüchtlinge.

Auslöser des aktuellen Gazakriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Grenznähe verübt hatten. Dabei wurden in Israel mehr als 1200 Menschen getötet.

(APA/dpa/Reuters)

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