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Israel: Alarmbereitschaft wegen Siedler-Proteste

Am zweiten Tag der bisher größten Demonstration gegen den geplanten israelischen Gaza-Abzug sind Tausende von Polizisten in Alarmbereitschaft versetzt worden, um mehr als 20.000 Teilnehmer am Weitermarschieren zu hindern.

Die Abzugsgegner wollten trotz eines polizeilichen Verbots die jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen erreichen. Die Nacht hatten sie nach der ersten Etappe in Kfar Maimon verbracht, rund 16 Kilometer von der Grenze zum Gaza-Streifen entfernt.

Siedlerführer Pinchas Wallerstein kündigte an, der Protest gegen den für Mitte August geplanten Abzug werde möglicherweise noch tagelang fortgesetzt. Solange der Abzugsplan von Ministerpräsident Ariel Sharon aktuell bleibe, würden dessen Gegner Präsenz zeigen, sagte Wallerstein im israelischen Armeerundfunk. „Wo auch immer sie uns stoppen, wir werden bleiben“. Tausende Polizisten wurden bereits nach Kfar Maimon entsandt, etliche weitere sollten noch dazukommen, wie Polizeisprecher Avi Selba erklärte. Landesweit wurden die Sicherheitskräfte in sofortige Einsatzbereitschaft versetzt. Zuletzt galt die gleiche Alarmstufe wie beim Tod des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat im November vorigen Jahres.

Bereits am Montag hielt die Polizei Busse mit Demonstranten in deren Heimatorten auf. Am Grenzübergang Kissufim zum Gaza-Streifen wurden neue Barrikaden aus Betonblöcken und Stacheldraht errichtet. Unterstützer der Siedler schmückten die Stacheldrahtrollen mit orangefarbenen Bändern. Orange ist die Farbe der Abzugsgegner.

Bei einem Feuergefecht mit israelischen Soldaten im Westjordanland wurden zwei militante Palästinenser erschossen. Nach Angaben der Streitkräfte umstellten Soldaten in dem Dorf Jamun bei Nablus das Haus, in dem sich die beiden Männer versteckt hielten, und forderten sie auf, herauszukommen. Daraufhin hätten die Palästinenser das Feuer auf die Soldaten eröffnet.

Im Gaza-Streifen wurden bei einem Gefecht zwischen Mitgliedern der Hamas und palästinensischen Sicherheitskräften sechs Menschen verletzt. Die Kämpfe in Beit Lahia brachen aus, nachdem in den frühen Morgenstunden zwei der Hamas nahe stehende Forschungsinstitute abgebrannt waren. Die Ursache für den Brand war unklar. Die palästinensische Polizei erklärte, sie habe Ermittlungen aufgenommen. Hamas-Kämpfer hätten drei Mitglieder der Fatah-Bewegung von Präsident Mahmoud Abbas mit Schusswaffen angegriffen und verletzt sowie Fahrzeuge der Fatah in Brand gesetzt, sagte ein Sprecher des palästinensischen Innenministeriums.

Abbas hatte zuvor die radikalen Gruppen gewarnt, er werde keine weiteren Angriffe auf palästinensische Sicherheitskräfte oder auf Israel dulden. In den vergangenen Tagen haben militante Palästinenser im Gaza-Streifen Dutzende von Raketen auf israelische Siedlungen und Städte abgefeuert. Ministerpräsident Ahmed Korei hatte am Samstag Israel beschuldigt, die Palästinenser in einen „Bruderkrieg“ drängen zu wollen.

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