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Island zurückhaltend zu Asylhoffnung von US-Aufdecker Snowden

Snowden: Regierungsmitglieder bestätigten indirekt Kontaktnahme via Mittelsmann.
Snowden: Regierungsmitglieder bestätigten indirekt Kontaktnahme via Mittelsmann. ©AP
Die isländische Regierung hat allem Anschein nach wenig Freude mit den Plänen des US-amerikanischen IT-Überwachungsaufdeckers Edward Snowden.
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Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson bestätigte am Mittwoch bei einem Besuch in Stockholm lediglich indirekt, dass ein Repräsentant Snowdens mit Vertretern mehrerer Ministerien “Diskussionen” über Asylbedingungen geführt habe.

Kein formelles Ansuchen

Gunnlaugsson betonte, dass es sich dabei nicht um ein formelles Ansuchen gehandelt habe. Innenministerin Hanna Birna Kristjansdottir sagte indes gegenüber dem Nachrichtenportal Visir, für Snowden gälten die selben Voraussetzungen wie für alle anderen Asylbewerber. Das bedeutet, dass Snowden nur höchstpersönlich formell in Island um Asyl ansuchen könnte. Derzeit soll sich der 29-Jährige in Hongkong aufhalten.

Der isländische Sprecher von Wikileaks, Kristinn Hrafnsson, hatte am Dienstag in einem Zeitungsinterview behauptet, er habe bereits am 12. Juni sowohl mit Gunnlaugsson als auch mit Kristjansdottir bezüglich Asylmöglichkeiten Snowdens vorgefühlt.

Vergleich mit Bobby Fischer abgelehnt

Kristjansdottir lehnte jeden Vergleich mit dem mittlerweile verstorbenen Schachgenie Bobby Fischer ab, der im Jahr 2005 mit Hilfe von höchster Stelle veranlassten Verleihung der isländischen Staatsbürgerschaft vor der US-Justiz aus der japanischen U-Haft auf die Nordatlantik-Insel geflohen war.

Fischer habe damals die Staatsbürgerschaft wegen seines besonderen Bezuges zu Island sowie “besonderer Umstände” erhalten, so die Ministerin. Fischer hatte 1972 bei einem legendären Schachduell in Reykjavik den damaligen Sowjet-Champion Boris Spasskij Matt gesetzt und dadurch Weltruhm erlangt.

(APA)

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