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IS - Neuer Clip von Österreichs Jihadist "Abu Usama" aufgetaucht

Mohammed M. wirbt mit Zuckerln um Kindergunst.
Mohammed M. wirbt mit Zuckerln um Kindergunst. ©Screenshot YouTube
Vor genau zehn Tagen ist ein neues online-Video mit dem österreichischen Jihadisten Mohammed Mahmoud alias "Abu Usama Al Gharib" auf dem Internetportal YouTube veröffentlicht worden. Darin ist zu sehen, wie er mit einem Sturmgewehr um die Schulter gehängt an dutzende Buben im Alter zwischen fünf und zehn Jahren Schlecker verteilt.

Während Mahmoud die Süßigkeiten verteilt, erklärt der zum Jihadisten gewandelte deutsche Ex-Rapper Denis Couspert alias “Abu Talha al Almani” den der Aktion zugrunde liegenden Plan: Es geht um die Verführung von Kindern. In dem am Montag auf krone.at erschienen Bericht zum Video wird davon ausgegangen, dass die Aufnahmen in Syrien entstanden sind.

Jihadisten und ihre Propaganda-Sprache

“Wir werden mit ein bisschen Süßigkeiten die Herzen der Kinder erwärmen, In-sha’-allah, In-sha’-allah und hier mal ein bisschen ordnen”, so Couspert. Zudem sei man hier “um die Menschen zu reinigen von Shirk und Bid’a”, erklärt der Jihadist, der seit rund einer Woche auf der US-Terrorliste steht. “Al-hamdu-lillah, Sheikh Abu Usama verteilt ein bisschen Süßigkeiten, damit wir wie gesagt die Herzen ein bisschen gewinnen und dann In-sha’-allah auch ein bisschen Dars geben über Shirq und Bid’a und über das Gebet”, erklärt Couspert.

Couspert verwendet in seinen kurzen Ausführungen Schlüsselwörter, die von missionarischen und jihadistischen Salafisten unverhältnismäßig oft genutzt werden. Die in der arabischen Alltagssprache häufig genutzten Redewendungen “in sha’ allah” (Inshallah) und “al-hamdu lillah” (Alhamdulillah) bedeuten sinngemäß “So Gott will” und “Gott sei Dank”. Salafisten mischen in ihrer Sprache häufig Wörter wie “Shirk” (sinngemäß: Götzendienst), “Bid’a” (sinngemäß: Ablehnung jeglicher Neuerungen) und “Da’wa” (sinngemäß: Missionierung) hinzu. “Dars” bedeutet so viel wie Unterricht. Zudem sprechen sie häufig über “Takfir” und “Kafir” bzw. “Kuffar”. Ersteres bedeutet der Akt, jemanden zum Ungläubigen zu erklären, zweiteres der “Ungläubige” bzw. die “Ungläubigen”.

Kinder werden früh radikalisiert

Nicht nur das neue Video mit Couspert und Mahmoud, die der jihadistischen Organisation “Islamischer Staat” (IS) zugerechnet werden und seit Jahren gemeinsam vor allem für den deutschsprachigen Raum missionarisch aktiv sind, zeigt die einfachen Mittel der Extremisten zur Gewinnung von Kinderherzen für ihre Ideen auf. Vergangenes Jahr publizierte das Online-Magazin “Vice News” eine fünfteilige Dokumentationsserie über die IS-Jihadisten, die offenbar in Syrien und im Irak gedreht wurde.

Im zweiten Teil der Vice-Serie wird gezeigt, wie die Extremisten die Herzen von Kindern und Jugendlichen – allesamt männlich – erobern. Sie spielen, schwimmen und scherzen mit ihnen und gewinnen so ihr Vertrauen. Einer der Protagonisten in der Kurzdokumentation erklärt die jungen Menschen betreffend: “Wir glauben, dass diese Generation der Kinder die Generation des Kalifats ist. So Gott will, wird diese Generation Andersgläubige und vom Glauben Abgefallene bekämpfen.”

An einer anderen Stelle dieses Vice-Videos wird offensichtlich, wie ein Vater das Vertrauensverhältnis zu seinem Sohn zur Indoktrinierung nutzt: Ab Minute 3:50 ist der etwa siebenjährige Abdullah zu sehen, der laut Vice von seinem Vater alias “Abdullah Al-Belgian” aus Belgien ins IS-Gebiet mitgenommen wurde. Auf die Frage, ob er von Belgien oder vom “Islamischen Staat” sei, schaut der Bub hilfesuchend zu seinem Vater auf. Jener sagt zu Abdullah: “Sprich mit ihm, sag ihm, dass du vom Islamischen Staat bist.” Der Bub schaut verschämt in die Kamera und spricht seinem Vater nach: “Vom Islamischen Staat.” Auf die Frage seines Vaters, was es in Belgien gebe, sagt der Siebenjährige fast unhörbar: “Andersgläubige.” Sein Vater wiederholt das Wort laut. Danach fragt er seinen Sohn: “Was möchtest du sein, ein Jihadist oder möchtest eine Märtyreroperation (gemeint ist offenbar Selbstmordattentat) durchführen?”. Abdullah überlegt und sagt ganz leise: “Ein Jihadist.”

(APA)

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