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Russland meldet den Tod von IS-Führer Al-Bagdadi

Wenige Informationen über den 45-jährigen Iraker gesichert.
Wenige Informationen über den 45-jährigen Iraker gesichert. ©AFP
Es ist nicht das erste Mal, dass jemand den Tod des selbsternannten IS-Kalifen Al-Bagdadi meldet. Sollte sich die Nachricht diesmal bestätigen, wäre es der wohl spektakulärste Erfolg Russlands in Syrien.

Der Chef der Terrormiliz Islamischer Staat ist nach russischen Angaben tot. Abu Bakr al-Bagdadi und eine Reihe weiterer hoher IS-Funktionäre seien bereits am 28. Mai bei einem Luftangriff auf die Außenbezirke von Al-Rakka in Syrien getötet worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Freitag mit. Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre es einer der wichtigsten Erfolge des russischen Militäreinsatzes in Syrien.

“Durch Luftangriff getötet”

Das Verteidigungsministerium erklärte, Al-Bagdadi und weitere IS-Führungsmitglieder hätten sich Ende Mai im Süden Al-Rakkas versammelt, um über einen Rückzug aus der De-Facto-Hauptstadt ihres Herrschaftsgebiets zu beraten. Das Militär habe von der Beratung erfahren und Drohnen zur Überwachung des Gebietes gestartet. Dann hätten Su-34-Bomber und Su-35-Kampfflugzeuge angegriffen. Die USA seien von dem geplanten Einsatz in Kenntnis gesetzt worden.

“Laut der Information, die durch verschiedene Kanäle bestätigt wurde, nahm IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi auch an dem Treffen teil und wurde durch den Luftangriff getötet”, erklärte das Ministerium. Zusammen mit ihm seien etwa 30 Mitglieder der mittleren Führungsebene der Extremisten ums Leben gekommen. Unter den Toten seien die IS-Führer Abu al-Chadschi al-Mysri, Ibrahim al-Naef al-Chadsch und Suleiman al-Schauah. Auch etwa 300 IS-Kämpfer seien getötet worden. Die von den USA geführte Kampfkoalition gegen den IS erklärte, sie könne den Tod Al-Bagdadis nicht bestätigen.

Al-Bagdadi erklärt sich selbst zum Oberhaupt des Kalifats

Al-Bagdadi hatte 2014 im irakischen Mossul ein Kalifat in den vom IS beherrschten Gebieten in Syrien und im Irak ausgerufen und sich selbst zu dessen Oberhaupt erklärt. Bereits kurz danach gab es Meldungen über seinen Tod, die sich aber als falsch herausstellten. Angesichts der Offensive des irakischen Militärs auf Mossul soll er sich nach Al-Rakka abgesetzt haben.

Al-Bagdadi wurde 1971 in der irakischen Stadt Samarra als Ibrahim Awadal-Badri geboren. An der Universität Bagdad machte er einen Abschluss in Islamischen Studien. Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 saß er eine Zeit lang in einem US-Gefängnis im Irak.

Bagdadi hatte 2014 mit der IS-Miliz weite Teile des Iraks und Syriens erobert. Er rief dort anschließend ein “Kalifat” aus und bezeichnet sich als “Kalif Ibrahim”. Dies schließt in den islamischen Tradition den Anspruch ein, Führer der gesamten muslimischen Gemeinschaft (Umma) zu sein.

Russland hatte im Herbst 2015 an der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen und dies nicht zuletzt als Anti-Terrorkampf deklariert.

Die USA hatten zuletzt im Dezember 2016 ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar (22,43 Millionen Euro) auf Bagdadi ausgelobt.

»Rewards for Justice on Twitter There are now 25 million reasons to help bring al-Baghdadi to justice for his crimes https://t.co/cXOH7ddulb #defeatDaesh #StopBaghdadi«

(AP/APA/dpa)

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