Irland plant Massenentlassungen von Beamten

Finanzminister Brian Lenihan fordert Einschnitte
Finanzminister Brian Lenihan fordert Einschnitte ©APA (epa)
Die irische Regierung plant als Ausweg aus der Haushaltsmisere Massenentlassungen im öffentlichen Dienst. Um das irische Haushaltsdefizit im Zaum zu halten, sollen mehr als 17.000 Arbeitsplätze gestrichen und die Gehälter der staatlich Bediensteten deutlich verringert werden. Mit den anvisierten Kürzungen würde die Regierung den Beamtenapparat mit einem Schlag um fünf Prozent verkleinern.

Mit den Einschnitten soll die öffentliche Hand jährlich bis zu 5,3 Milliarden Euro einsparen können. “Wir alle – einschließlich jene im öffentlichen Dienst – müssen akzeptieren, dass wir nicht einfach weitermachen können wie bisher”, so Finanzminister Brian Lenihan.

Die Gewerkschaften kündigten massiven Widerstand an. Die Regierung müsse sich auf “lange und schmerzhafte” Streiks gefasst machen, sollte sie diese Pläne in die Tat umsetzen, erklärte Impact-Gewerkschaftschef Peter McLoone. Die Regierung werde sehen, dass es bei dieser Rechnung nur Verlierer geben werde. Erst in der vergangenen Woche hatten mehr als 10.000 Elektriker die Arbeit niedergelegt, was zu einem Chaos auf zahlreichen Baustellen und in Fabriken führten.

Irland ist von der Finanzkrise besonders hart betroffen. Die einst wirtschaftlich starke Insel konnte zwar lange Zeit zweistellige Wachstumsraten vorweisen. Vor allem durch die geplatzte Immobilienblase haben Banken und Verbraucher nun aber viel Geld verloren. Die OECD geht davon aus, dass das irische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 9,8 Prozent einbrechen wird. Das Haushaltsdefizit liegt bei knapp zehn Prozent und damit weit über der erlaubten Drei-Prozent-Grenze im Euro-Raum.

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