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Iran: Weltweite Energiekrise angedroht

Der Iran hat die USA für den Fall eines Militärschlages gegen iranische Nuklearanlagen vor einer weltweiten Energiekrise gewarnt."Wir sind unseren nationalen Interessen verpflichtet".

Sollten die USA einen Militäreinsatz führen, werde die Energieversorgung aus der Region „ernsthaft gefährdet“, sagte das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, am Sonntag im staatlichen Fernsehen. Die USA und ihre Verbündeten wären nicht in der Lage, alle Schiffe in der Straße von Hormus zu schützen, durch die ein Großteil der Öllieferungen in den Westen gelangt.

Die iranische Regierung hatte bisher ausgeschlossen, die Ölvorräte des Landes als Druckmittel einzusetzen. „Sie (die USA) werden niemals in der Lage sein, die Energieversorgung aus dieser Region zu gewährleisten“, sagte Khamenei nun. Er warnte: „Wenn Sie in Bezug auf den Iran einen falschen Schritt tun, wird definitiv der Energiefluss in dieser Region ernsthaft gefährdet.“ „Wir sind unseren nationalen Interessen verpflichtet, und wer auch immer sie bedroht, wird die Heftigkeit der Wut dieser Nation erleben“, erklärte Khamenei in einer Rede zum Jahrestag des Tods von Ayatollah Ruhollah Khomeini, dem Gründer der Islamischen Republik.

Khamenei, der oberste islamische Rechtsgelehrte, als Nachfolger des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini auch im Staat höchste Autorität, sprach am Sonntag zu mehreren tausend Menschen, die sich südlich der Hauptstadt Teheran zu Ehren des vor 17 Jahren verstorbenen Khomeini versammelt hatten. Er warf den USA Versagen etwa im Irak, Afghanistan und den Palästinenser-Gebieten vor. Gleichzeitig wies Khamenei die Kritik des Westens am iranischen Atomprogramm zurück. „Es gibt keinen internationalen Konsens gegen das Nuklearprogramm des Iran, außer von einigen monopolistischen Ländern, und dieser Konsens hat keinen Wert.“ Die Menge reagierte mit Rufen wie „Tod Amerika!“.

Der Ayatollah äußerte sich wenige Tage, bevor die Europäische Union dem Iran ein neues Angebot der fünf Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands übermitteln sollte, damit er seine umstrittene Nukleararbeiten einstelle. Die USA und andere Staaten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Sie verlangen insbesondere, dass die Regierung ihr Programm zur Anreicherung von Uran aufgibt. Der Iran hat die Vorwürfe zurückgewiesen und will an dem Programm festhalten.

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte am Samstag im Streit um das umstrittene Programm Teherans zur Urananreicherung eine genaue Prüfung der jüngsten Vorschläge der internationalen Gemeinschaft zugesagt. Er bekräftige jedoch erneut das „unbestreitbare Recht“ seines Landes auf die Urananreicherung. In einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Kofi Annan bekräftigte Ahmadinejad, dass der Iran sein Atomprogramm einschließlich der Anreicherung von Uran nicht aufgeben werde.

Einzelheiten des jüngsten Vorschlags der internationalen Gemeinschaft sind bisher nicht bekannt. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana will sie demnächst in Teheran erläutern. Er hatte Teheran mit „erheblichem Druck“ gedroht, falls der Iran das Angebot der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands ablehnen sollte. Wenn die iranische Führung das neue Angebot zurückweisen sollte, wäre dies „ein klarer Beweis, dass sie nicht Energie wollen, sondern Nuklearwaffen“. Teheran werde dann unter erheblichen Druck kommen, betonte Solana.

Die USA, Russland und China sowie die EU-Länder Frankreich, Großbritannien und Deutschland hatten sich am Donnerstag bei einem Außenministertreffen in Wien auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Teheran wurden Verhandlungen über ein Paket von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen „Anreizen“ in Aussicht gestellt, sofern es auf die Urananreicherung verzichte.

Erdöl und Erdgas sind die Hauptstützen der iranischen Wirtschaft. Der Iran ist viertgrößter Erdöllieferant der Welt. Im Südwesten des Landes lagert ein Zehntel der weltweiten Ölreserven, beim Erdgas verfügt der Iran über rund 15 Prozent der Weltreserven. Da der größte Teil des iranischen Erdöls über die Straße von Hormus im Persischen Golf exportiert wird, könnte Teheran im Falle einer Militäroperation den Seeweg relativ leicht blockieren.

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