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Iran: Verschleppten Soldaten geht es gut

Der Iran hat den festgenommenen britischen Soldaten auch am dritten Tag ihrer Haft keinen Zugang zu diplomatischen Vertretern ihres Heimatlandes gewährt. Sie seien aber wohlauf.

Das iranische Außenministerium sicherte dem britischen Botschafter in Teheran nach Londoner Angaben am Montag zwar zu, die 15 Seeleute seien wohlauf. Der Iran habe jedoch keine weiteren Einzelheiten genannt, erklärte Großbritannien nach dem Treffen.

Demnach weiß die Regierung in London noch immer nicht, wo und unter welchen Umständen die Gruppe festgehalten wird. Das staatliche iranische Fernsehen berichtete, die Briten würden verhört. Es müsse geklärt werden, ob sie absichtlich oder aus Versehen in die iranischen Gewässer eingedrungen seien, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran dem Bericht zufolge.

Großbritannien, die irakische Regierung und Augenzeugen haben erklärt, die beiden britischen Schiffe hätten sich in irakischem Gewässer aufgehalten, als sie von einer iranischen Elite-Einheit gestoppt worden seien. Der Vorfall ereignete sich am Freitag in der Wasserstraße Schatt-el-Arab, in der im Süden die Grenze zwischen dem Irak und dem Iran verläuft. Die irakische Regierung forderte das Nachbarland auf, die Soldaten freizulassen und sich in der Krise klug zu verhalten.

UN verschärfte Sanktionen

Die britische Außenministerin Margaret Beckett hatte am Sonntagabend von ihrem iranischen Kollegen Manouchehr Motakki lediglich die Zusage für einen konsularischen Kontakt nach dem Abschluss der Ermittlungen erhalten. Der Iran steht im Verdacht, die Krise absichtlich heraufbeschworen zu haben, um den Druck im Atomkonflikt zu erhöhen. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte am Samstag die Sanktionen gegen das Land, um eine bessere Zusammenarbeit der Regierung in Teheran mit der internationalen Gemeinschaft zu erzwingen.

Der Iran verschärfte zudem den Ton gegenüber den USA und drohte der Großmacht mit einer verheerenden Schlacht, sollte diese im Atomkonflikt militärisch eingreifen. „Wenn Amerika einen Krieg gegen den Iran führt, wird es nicht derjenige sein, der ihn beendet“, sagte Mortesa Saffari, der Kommandeur der Marine-Einheiten, die die Briten festgenommen haben. Die USA haben einen Militärschlag nicht ausgeschlossen, zugleich aber wiederholt das Recht des Irans auf ein ziviles Atomprogramm und ihre Bereitschaft zu einer diplomatischen Lösung bekräftigt. Die internationale Gemeinschaft vermutet, dass die Regierung in Teheran heimlich an Atomwaffen arbeitet.

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