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Iran plant weiteres Atomkraftwerk

Der Iran plant in der Südwestprovinz Khuzistan den Bau eines weiteren Atomkraftwerkes. Russland bot seine technischen Dienste für den Bau des Atomkraftwerks an.

Das Kabinett unter Leitung von Präsident Mahmoud Ahmadinejad habe am Sonntagabend grünes Licht für eine Machbarkeitsstudie für ein zweites Kraftwerk in der an den Irak angrenzenden Provinz gegeben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars am Montag weiter. Der staatliche Exporteur für Nukleartechnologien, Atomstroiexport, stehe für das Projekt bereit, sagte der Firmenchef Wladimir Pawlow am Montag in Moskau. Atomstroiexport arbeitet seit Jahren an der Fertigstellung des Atommeilers Bushehr am Persisch-Arabischen Golf im Süden des Irans.

Das Kraftwerk, das von 1974 an von der Siemens-Tochter Kraftwerk Union (KWU) gebaut wurde, ist noch nicht in Betrieb. Der Bau soll 2006 beendet werden. Der Iran will innerhalb der kommenden 20 Jahre insgesamt 20 Nuklearanlagen mit einer Kapazität von 1000 Megawatt bauen. Nach dem Fars-Bericht soll das geplante Kraftwerk ausschließlich von iranischen Experten betrieben werden. Der Iran besteht im Streit um sein Atomprogramm auf seinem Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie und will atomaren Brennstoff produzieren dürfen. Den von den USA erhobenen Vorwurf, an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten, hat Teheran stets zurückgewiesen.

In Bushehr hätten zum Zeitpunkt der islamischen Revolution 1979 achtzig Prozent des ersten Blocks und 60 Prozent des zweiten fertig gestellt sein sollen. Durch irakische Luftangriffe während des ersten Golfkriegs (1980-88) wurde der Bau weitgehend zerstört. Die deutsche Seite zog sich 1991 aus dem Projekt zurück. Russland sprang 1995 ein. Die Fertigstellung des ersten 1000-Megawatt-Reaktors verzögerte sich mehrfach und ist nun für nächstes Jahr geplant. Die russische Regierung bestätigte unterdessen die Vereinbarung zum Verkauf modernster Abwehrraketen an Iran bestätigt. „Das wird eindeutig das Kräfteverhältnis in der Region nicht beinträchtigen“, sagte Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Montag in der Hauptstadt Moskau.

Die russische Rüstungsindustrie hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass man 29 Systeme vom Typ „Tor M-1“ zur Abwehr von Marschflugkörpern im Wert von etwa 700 Millionen US-Dollar (600 Millionen Euro) an Teheran liefern werde. Der Vertrag verstößt nach russischer Sicht nicht gegen völkerrechtliche Bestimmungen, weil die Raketen keine Angriffswaffen seien.

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