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Iran: Mit Uran-Anreicherung begonnen

Der Iran ist nach den Worten seines Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad jetzt in der Lage, sich selbst mit Nuklear-Brennstoff für Kernkraftwerke zu versorgen. Internationale Stimmen

„Der Iran steht seit heute auf der Liste derjenigen Staaten, die in der Lage sind, atomaren Brennstoff herzustellen“, sagte der Präsident am Montag in einer Rede in der zentraliranischen Nuklearanlage Natanz, wo Uran angereichert wird. Der Iran werde bestimmten westlichen Staaten nicht gestatten, diese Fähigkeiten zu unterlaufen, fügte er hinzu.

Ahmadinejad kritisierte zugleich erneut die von den Vereinten Nationen (UN) im Atomstreit mit Teheran beschlossenen Sanktionen, die den Iran zur Einstellung der Urananreicherung bewegen sollen. Je nach Grad der Anreicherung kann Uran zivil oder militärisch genutzt werden. Das Land wird verdächtigt, an der Atombombe zu arbeiten. Das hat Teheran strikt zurückgewiesen. Ahmadinejad bekräftigte am Montag das Recht seines Landes als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages auf friedliche Nutzung der Kernenergie.

Zuvor hatte der Chef der iranischen Atomenergie-Organisation, Gholam-Resa Aghasadeh, aus Anlass des „Nationalen Atomtags“ in Natanz bekannt gegeben, sein Land könne jetzt Uran „im industriellen Maßstab“ anreichern. Nach fünfjährigen Forschungs- und Testarbeiten habe damit „eine neue Phase“ der Arbeiten am Atomprogramm begonnen.

Die islamische Republik hatte vor genau einem Jahr erstmals bekannt gegeben, selbst erfolgreich Uran für den Brennstoffkreislauf anreichern zu können. Mehr als 15.000 Studenten bildeten in der Nähe der Atomanlagen eine Menschenkette als symbolischer Schutz der nuklearen Rechte des Landes.

Der iranische Chef-Atomunterhändler Ali Larijani bestätigte auf Journalistenfragen, dass jetzt 3000 Gaszentrifugen zur Urananreicherung installiert seien. Die internationale Atombehörde IAEO hatte in ihrem jüngsten Bericht die Zahl auf 1000 geschätzt. Nach Expertenmeinung sind etwa 60.000 Zentrifungen notwendig, damit der Iran einen eigenen Brennstoffkreislauf herstellen kann.

Der UN-Sicherheitsrat hatte vor rund zwei Wochen einstimmig eine neue Iran-Resolution verabschiedet, die ein Waffenembargo, Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Auslandsgeldern vorsieht. Sollte der Iran seine Urananreicherung nicht wie gefordert innerhalb von 60 Tagen einstellen, drohten „weitere angemessene Maßnahmen“.

Die Regierung in Teheran reagierte umgehend mit einer Einschränkung der weiteren Zusammenarbeit mit der internationalen Atombehörde IAEO. Die neue Resolution verschärft Strafmaßnahmen, die der Sicherheitsrat bereits im Dezember vergangenen Jahres verhängt hatte, weil Teheran sich unnachgiebig gezeigt hatte.

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