Iran: Joint Venture für Atomprogramm

Im Konflikt um sein Atomprogramm will der Iran einem Zeitungsbericht zufolge eine internationale Beteiligung an der Atomtechnik des Landes vorschlagen. Denkbar seien Joint Ventures.

Diese wären unter der Beteiligung von Europa, Russland, China und Südafrika eine Möglichkeit. Damit könne die internationale Gemeinschaft sicher sein, dass der Iran keine Atomwaffen herstelle, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Freitag.

Der iranische Präsident Ahmadinejad werde den Vorschlag voraussichtlich am Samstag in seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen vorstellen. „Der Iran wird eine internationale Zusammenarbeit bei der Urananreicherung vorschlagen und Europa, Russland, China und Südafrika zu Joint Ventures einladen“, sagte ein hochrangiger iranischer Beamter, der an den Gesprächen über den Konflikt beteiligt ist der Zeitung. Damit solle „objektiv garantiert“ werden, dass das Land sein Nuklearprogramm nicht zu militärischen Zwecken nutze.

In Gesprächen mit Ahmadinejad am Rande des UN-Weltgipfels haben der deutsche Außenminister Fischer sowie sein britischer und französischer Amtskollege am Donnerstag darauf gedrungen, dass der Iran bald seine angekündigten Vorschläge zu einer besseren Zusammenarbeit in dem Konflikt vorlegt. Am Montag berät die Kontrollbehörde der UN, die Internationale Atomenergiebehörde IAEO mit Sitz in Wien, über das weitere Vorgehen in dem Fall. Sie kann entscheiden, ob der Sicherheitsrat angerufen wird und damit Sanktionen drohen.

Iran erwartet durch Bush-Äußerungen neuen Schwung bei Atomgesprächen

Der Iran verspricht sich nach eigenen Angaben von Äußerungen des US-Präsidenten George W. Bush neue Impulse für die Atom-Gespräche mit dem EU-Trio aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Bush hatte am Dienstag dem Iran das Recht auf ein ziviles Atomprogramm eingeräumt.

„Bushs Rede hat den Europäern den Spielraum gegeben, den sie für eine Fortsetzung der Gespräche mit dem Iran benötigen“, sagte am Freitag der Sprecher des iranischen Nationalen Sicherheitsrates, Ali Aghamohammadi. Die Regierung in Teheran und die EU-Vertreter werden seiner Einschätzung nach weiter verhandeln. Die Gespräche waren abgebrochen worden, seit der Iran im August ein Kompromissangebot ablehnte und seine Anlage zur Uran-Umwandlung, eine Vorstufe der Uran-Anreicherung, in Isfahan wieder in Betrieb nahm.

Bush hatte am Dienstag erklärt, dass dem Iran die friedliche Nutzung der Kernkraft erlaubt sei. Dabei dürfe das Land allerdings nicht die Fähigkeit erwerben, eine Atombombe zu bauen und Uran anzureichern. Die USA verdächtigen den Iran, Nuklearwaffen entwickeln zu wollen. Der Iran bestreitet dies jedoch. Seiner Darstellung nach will es die Atomtechnologie nur für zivile Zwecke, vor allem für die Stromerzeugung nutzen. Dazu brauche das Land nuklearen Brennstoff, den es auf dem Wege der Uran-Anreicherung selbst herstellen wolle. Dieses Verfahren kann jedoch auch zum Bau einer Atombombe genutzt werden.

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