AA

Iran: Chefunterhändler zurückgetreten?

In Teheran hat es am Mittwoch widersprüchliche Angaben über einen angeblichen Rücktritt des iranischen Atombeauftragten Hassan Rohani gegeben. Der Iran hat dementiert: "Das ist eine blanke Lüge."

Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete ohne genauere Nennung einer Quelle, Rohani habe bei Staatschef Mohammad Khatami seinen Rücktritt von der Leitung des Obersten Rates für nationale Sicherheit eingereicht. Anschließend kam das Dementi.

Der Sprecher des Rates, Ali Agha Mohammadi, nannte die Meldung „völlig falsch“. Ein Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt würde keinen Sinn ergeben. Im übrigen habe sich Rohani am Mittwoch noch mit dem neu gewählten iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad getroffen, fügte Mohammadi hinzu. Rohani gilt als Vertrauter des ehemaligen iranischen Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani, der vor zwei Wochen in der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen den Ultrakonservativen Ahmadinejad unterlegen war. Nach dem Wahlsieg Ahmadinejads hatte die EU befürchtet, dass dieser die Atomverhandlungen beenden könnte. Ahmadinejad, der am 3. August sein Amt antritt, hatte allerdings versichert, die Verhandlungen fortsetzen zu wollen. Dabei verwies er auf das Recht seines Landes auf die Weiterentwicklung seiner zivilen Nukleartechnologie. Iran will nach den Worten von Außenministeriumssprecher Hamid-Reza Assefi nicht auf das Recht zur Urananreicherung verzichten.

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien waren vor kurzem beinahe gescheitert. Die EU-Staaten versuchen seit Dezember, Teheran zum endgültigen Verzicht auf die Anreicherung von Uran bringen. Sie wollen eine Garantie erhalten, dass das iranische Atomprogramm ausschließlich für zivile Zwecke genutzt wird. Im Gegenzug will die EU die Zusammenarbeit mit Teheran in den Bereichen Atomtechnologie, Politik und Wirtschaft verstärken. Der Iran fordert bis August konkrete Angebote.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Iran: Chefunterhändler zurückgetreten?
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen