Irak: Zehn Tote bei Selbstmordanschlag

Ein Selbstmordattentäter hat im Zentrum von Kirkuk zehn Menschen mit in den Tod gerissen. Er habe seinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen vor einer Polizeiwache zur Explosion gebracht.

Das teilte die Polizei mit. 42 Menschen seien verletzt worden. Zuvor hatten Polizisten und Anrainer berichtet, mehrere Gebäude seien eingestürzt. Unter den Trümmern lägen verschüttete Opfer.

In Bagdad starben vier Menschen, als in der Nähe eines Büros der Bewegung des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr eine Bombe in einem Bus explodierte. Elf weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Die Zahl der Todesopfer der Anschlagserie in Bagdad vom Dienstag stieg unterdessen auf mehr als 100. Krankenhausärzte und die Polizei teilten am Mittwoch mit, 236 Menschen seien bei den Terrorattacken verletzt worden. Allein bei dem Angriff auf die Mustansiriya-Universität seien 70 Menschen getötet worden, darunter 60 Studenten. Die Universität blieb am Mittwoch geschlossen. Alle anderen Hochschulen waren nach Angaben von Augenzeugen geöffnet, allerdings blieben viele Studenten aus Furcht vor weiteren Anschlägen den Vorlesungen fern.

Die US-Armee nahm am Mittwoch nach eigenen Angaben bei Razzien in Mosul, Yussifiya und Ramadi 28 „mutmaßliche Terroristen“ gefangen, darunter einen mutmaßlichen Anführer der Al-Kaida-Terroristen in Mosul.

Der ursprünglich zu lebenslanger Haft verurteilte frühere irakische Vizepräsident Taha Yassin Ramadan soll in spätestens fünf Wochen gehängt werden. Oberstaatsanwalt Jafar al-Moussawi sagte der arabischen Zeitung „Al-Hayat“ (Mittwoch): „Im Dujail-Prozess wird es nur noch eine Sitzung geben und zwar am 25. Jänner, um das Todesurteil gegen Ramadan zu verkünden.“ Danach müsse die Todesstrafe innerhalb von 30 Tagen vollstreckt werden. Das Sondertribunal für die Verbrechen des alten Regimes hatte in einem Berufungsverfahren entschieden, die Haftstrafe für Ramadan sei „zu mild“ gewesen.

In dem Prozess wegen der Hinrichtung von 148 Schiiten in der Kleinstadt Dujail waren am 5. November nur Ex-Präsident Saddam Hussein, dessen Halbbruder Barzan al-Tikriti und der frühere oberste Richter Awad al-Bandar zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Alle drei wurden inzwischen unter international heftig kritisierten Umständen hingerichtet. Ramadan erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Drei weitere Angeklagte wurden zu je 15 Jahren Haft verurteilt. Einen Funktionär der Baath-Partei aus Dujail sprach das Gericht frei.

Acht arabische Staaten haben am Dienstag ihre Unterstützung für eine geplante Verstärkung der US-Truppen im Irak bekundet. Nach einem Treffen von US-Außenministerin Condoleezza Rice mit ihren Kollegen in Kuwait, Sheikh Mohammad al-Sabah, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung, man begrüße die Ankündigung der USA, die Sicherheit in der Golfregion und die territoriale Integrität des Irak zu schützen.

„Wir stimmen völlig mit den in der neuen Strategie festgelegten Zielen überein“, sagte Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Saud al-Faisal. Er zeigte sich aber auch skeptisch und wies darauf hin, dass auch die irakische Regierung einen Beitrag zur Lösung der Krise leisten müsse.

Bei den acht Staaten handelte es sich um Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, Kuwait, Katar, Bahrain, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate.

US-Präsident George W. Bush hat die Entsendung von weiteren 21.000 Soldaten in den Irak angekündigt. Der Plan ist in den USA heftig umstritten.

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