Irak: Wieder mehrere Tote

Selbstmordattentäter haben im Irak am Montag um die 16 Menschen in den Tod gerissen. Ein weiterer Mann wurde erschossen. Am Wochenende waren im Irak bei Anschlägen und Gefechten mehr als 40 Menschen getötet worden.

Um die sunnitische Minderheit zur Teilnahme am Referendum über die neue irakische Verfassung zu bewegen, begannen die US-Streitkräfte und die Regierung in Bagdad unterdessen mit der Freilassung von weiteren 1.000 Häftlingen aus dem Gefängnis Abu Graib.

Ein Angreifer zündete am Montag in Bagdad seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen an einem Kontrollpunkt der Polizei vor mehreren Regierungsgebäuden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. In Mussjab, 60 Kilometer südlich von Bagdad, starben sechs Menschen und 24 wurden verletzt, als sich ein Motorradfahrer in die Luft sprengte. Der Anschlag galt offenbar dem örtlichen Polizeichef, der unter den Verletzten war. In Bakuba, rund 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad, wurde nach Augenzeugenberichten ein Mitglied des Stadtrates von Aufständischen erschossen, als er am Montagmorgen sein Haus verließ.

Der Attentäter in Bagdad habe seine Autobombe vor dem Ölministerium gezündet, nicht weit entfernt vom Bewässerungsministerium und der nationalen Polizeiakademie, sagte Polizeisprecher Nabil Abdel Kadir. Zum Zeitpunkt der Tat traf gerade ein Bus mit Beschäftigten zum Arbeitsbeginn ein. Bei den Toten handelte es sich um mindestens sieben Polizisten und drei Regierungsmitarbeiter. Außerdem wurden 22 Arbeiter und 14 Polizisten verletzt.

Die ersten 500 Gefangenen wurden am Montag aus Abu Ghraib entlassen, die restlichen sollten im Lauf der Woche folgen, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Grund für die Freilassung ist nach offiziellen Angaben der Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan kommende Woche. Die irakische Regierung bemüht sich jedoch, möglichst viele Bürger zur Teilnahme am Verfassungsreferendum am 15. Oktober zu motivieren.

Viele sunnitische Führer und Aufständische haben zu einem Boykott der Abstimmung oder einer Ablehnung der Verfassung aufgerufen. Sollten in drei irakischen Provinzen jeweils zwei Drittel der Bevölkerung das Vertragswerk ablehnen, wäre der Verfassungsentwurf gescheitert.

In Großbritannien rechnet die Mehrheit der Bürger mit einer Verschlechterung der Lage im Irak. Laut einer am Montag in der Zeitung „The Guardian“ veröffentlichten Umfrage gehen 64 Prozent davon aus, dass die Gewalt dort trotz der Präsenz der britischen Truppen weiter zunimmt. Nur zwölf Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Stationierung eigener Soldaten die Situation verbessere. Gut jeder zweite (51 Prozent) will, dass die Regierung Pläne für einen Truppenabzug erarbeitet. Für die Erhebung wurden 1.009 Erwachsene befragt, die Fehlerquote wurde mit drei Prozentpunkten angegeben.

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