AA

Irak: US-Offensive gegen Aufständische

Zwei Wochen vor der Volksabstimmung über die umstrittene Verfassung im Irak hat die US-Armee eine weitere Offensive gegen Aufständische an der syrischen Grenze begonnen.

Zum Auftakt der Operation „Eiserne Faust“ rückten am frühen Samstagmorgen nach Militärangaben rund 1000 Soldaten in die Aufständischen-Hochburg Sada in der Provinz Al-Anbar ein.

Sie wurden von Panzern und Hubschraubern unterstützt. Nach Angaben von Ärzten kamen dabei mindestens zehn Zivilisten, darunter drei Kinder, ums Leben. Die Menschen hätten nach Angaben von Augenzeugen versucht, in Autos aus der Stadt zu fliehen, berichtete der britische Rundfunksender BBC.

Ziel der Operation ist es nach Angaben der US-Armee, Angriffe des El-Kaida-Ablegers im Irak zu stoppen, die Kämpfer aufzureiben und ihre Verstecke zu zerstören. Zudem solle die Sicherheit für das Verfassungsreferendum am 15. Oktober verbessert werden, hieß es. Der vorliegende Verfassungstext wird von der Führung der Sunniten abgelehnt, die um den Einfluss der Zentralregierung in Bagdad zu Gunsten der kurdischen und schiitischen Regionen fürchten.

Die Provinz Al-Anbar ist Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen die Regierung in Bagdad und die US-Armee. Die US-Truppen haben in den vergangenen Monaten wiederholt Hochburgen islamistischer Terroristen im Westirak angegriffen. Über die syrische Grenze sollen ausländische Kämpfer eingeschleust und dann oft als Selbstmordattentäter im Irak eingesetzt werden.

Der irakische Ministerpräsident Ibrahim Al Jazeera betonte unterdessen, der Prozess gegen den früheren Machthaber Saddam Hussein solle am 19. Oktober beginnen. „Diese Angelegenheit wird nicht weiter verschoben“, zitierte die Zeitung „Al-Sabbah“ den Regierungschef aus der schiitischen Pilgerstadt Kerbela. Aus dem berüchtigten Gefängnis Abu Ghoreib wurden am Samstag zum bevorstehenden Fastenmonat Ramadan mehrere hundert Gefangene entlassen.

Die US-Armee ließ am Samstag eine Frau frei, die sie am Vortag in der westirakischen Aufständischen-Hochburg Falluja unter dem Verdacht verhaftet hatte, mit El-Kaida-Terroristen zu kooperieren. Nach der Verhaftung der 22-jährigen hatten die Religionsgelehrten und Stammesältesten der Stadt die Bewohner zum „zivilen Ungehorsam“ aufgerufen, um die Freilassung der Frau zu erreichen. In der konservativen Stammesgesellschaft von Falluja gilt die Verhaftung einer Frau als Verletzung der Ehre ihrer Familie.

Japan bereitet sich nach Medienberichten auf einen Abzug seiner 600 Soldaten aus der südirakischen Stadt Samawa vor. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Jiji Press soll jetzt ein Abzugsplan ausgearbeitet werden. Grund sei der für Mai 2006 geplante Abzug der australischen und britischen Truppen, die zurzeit für die Sicherheit der Japaner zuständig sind. Die japanischen Heeressoldaten helfen seit Anfang 2004 beim Wiederaufbau der Infrastruktur.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Irak: US-Offensive gegen Aufständische
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen