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Irak: Spannung nach Anschlag auf Allawi

Der Anschlag auf Übergangs-Premier Allawi, der offenbar von der Extremistenorganisation Al-Kaida verübt worden ist, hat die Spannungen im Irak erhöht. Politische Beobachter sprachen von einem ernsthaften Zerwürfnis.

Entgegen der Ankündigung von Staatspräsident Talabani wurde die Vorstellung der neuen Regierung am Donnerstag verschoben. Im Fernsehsender Al-Irakiya sagte Talabani, Bemühungen um einen Kompromiss bei der Verteilung der Ministerposten gingen weiter.

Politische Beobachter in Bagdad sprachen von einem ernsthaften Zerwürfnis zwischen den beiden Wahlsiegergruppen – konservativen Schiiten und Kurden – über die Einbindung Allawis in die neue Regierung. Allawis säkulare Fraktion „Irakische Nationale Eintracht“ hatte sich zunächst gegen eine Regierungsbeteiligung entschieden, weil die Schiiten-Allianz und das Kurden-Bündnis nicht bereit gewesen seien, ihre Forderungen zu erfüllen.

Der Kurdenführer Talabani hatte nach seiner Wahl durch die konstituierende Nationalversammlung erwartungsgemäß den schiitischen Politiker Ibrahim al-Jaafari, Chef der Dawa-Partei, zum Ministerpräsidenten ernannt. Die neue Regierung muss vom Parlament bestätigt werden.

Im Internet wurde am Donnerstag im Namen irakischer Al-Kaida-Kämpfer eine Bekenner-Erklärung veröffentlicht. Allawi war am Vortag einem Attentat unverletzt entgangen. „Ein Held der Märtyrer-Brigaden hat ein heldenhaftes Attentat auf die Zentrale der Ungläubigen … und deren jüdische und christliche Verbündete verübt“, hieß es in der Erklärung. Zwar habe der Attentäter sein Ziel verfehlt und Allawi sei entkommen, doch werde es weitere Möglichkeiten geben, ihn zu treffen, hieß es in dem Dokument.

Bei dem Anschlag in Bagdad hatte sich ein Selbstmordattentäter nahe Allawis Autokonvoi in die Luft gesprengt. Dabei blieb der noch amtierende Regierungschef zwar unverletzt, es wurden aber mindestens ein Mensch getötet und vier weitere verletzt. Der Anschlagsort befand sich in der Nähe der Wohnung des Regierungschefs und der Zentrale seiner Partei.

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