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Irak: Sieben US-Soldaten getötet

Bei einem Gefecht mit schiitischen Kämpfern sind am Sonntag im Bagdader Stadtteil Sadr City sieben US-Soldaten getötet worden. Das teilten die US-Streitkräfte am Abend in Bagdad mit.

Mindestens 24 Soldaten seien verwundet worden. In einer Erklärung der US-Streitkräfte hieß es, Miliz-Kämpfer des radikalen schiitischen Geistlichen Muktada el Sadr hätten in dem Armenviertel versucht, Polizeiwachen und Verwaltungsgebäude unter ihre Kontrolle zu bringen. „Die Koalitionsstreitkräfte und irakische Sicherheitskräfte haben dies um den Preis von sieben getöteten US-Soldaten und mehr als zwei Dutzend Verwundeten verhindert”, hieß es.

Das Gefecht kam wenige Stunde nach einem Angriff von Sadrs Anhängern auf eine spanische Kaserne bei der heiligen Stadt Najaf. In dem Zwischenfall wurden mindestens 20 Iraker sowie ein US-Soldat und ein Soldat aus El Salvador getötet. 210 Menschen wurden verletzt. Es waren die bisher schwersten Gefechte zwischen radikalen Schiiten und den Koalitionstruppen im Irak.

Die Proteste richteten sich gegen die Festnahme des Sadr-Stellvertreters Mustafa el Yaakubi im Zusammenhang mit der Ermordung eines anderen islamistischen Predigers. Die Schiiten protestieren zudem seit Tagen dagegen, dass die Besatzungsmächte Sadrs Zeitung „El Hausa” geschlossen haben.

Seit dem Nachmittag lieferten sich US-Soldaten und bewaffnete Demonstranten im schiitischen Armenviertel Sadr-City Schusswechsel; Milizionäre von Sadr besetzten insgesamt drei Polizeistationen. Im El-Dahel-Viertel von Sadr-City wurde ein US-Militärfahrzeug vom Typ Humvee zerstört und in Brand gesetzt. Die US-Armee blockierte den Haupteingang von Sadr-City mit drei Panzern und sieben Humvees.

Unter dem Eindruck des zunehmenden schiitischen Widerstandes traf der UNO-Sondergesandte Lakhdar Brahimi mit einem Expertenteam in Bagdad ein. Die Mitarbeiter der Vereinten Nationen sollen dem irakischen Verwaltungsrat helfen, bis zum 30. Juni eine Übergangsregierung zu bilden. Dieser Termin wurde durch die neue Gewalt indes in Frage gestellt.

Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des US-Senats, Richard Lugar, äußerte wegen der Sicherheitslage am Sonntag Zweifel am Termin 30. Juni. Es gebe noch zu viele Fragen hinsichtlich dessen, was nach der Bildung einer Übergangsregierung geschehe, sagte der Senator von US-Präsident George W. Bushs Republikanischer Partei im ABC-Fernsehen.

Das Weiße Haus bekräftige dagegen das Festhalten an dem bisherigen Zeitplan. Die Regierung habe nicht die Absicht, vom 30. Juni als Termin für die Übergabe der Macht an eine irakische Übergangsregierung abzurücken, sagte ein Sprecher, Brian Besanceney. Zu diesem Zweck würden die USA und ihre Koalitionspartner weiter eng mit den irakischen Führungspersonen und dem irakischen Volk zusammenarbeiten. Weiter sagte der Sprecher: „Die Vereinigten Staaten werden im Irak bleiben, bis die Arbeit getan ist und es einen freien, friedlichen und demokratischen Irak für das irakische Volk gibt.” Dies sei wichtig für die Stabilisierung der gesamten Region.

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