Irak: Sechs Geiseln freigelassen

Vier Jordanier wurden in der Nacht zum Mittwoch von einem Stammesfürsten befreit, die Entführer von zwei Türken ließen ihre Geiseln am Mittwoch laufen.

Bei Gefechten zwischen irakischen Polizisten und Aufständischen in der Stadt Mossul wurden zwölf Menschen getötet und 26 verletzt. Die Regierung der Provinz Ninive verhängte am Nachmittag eine Ausgangssperre über die Stadt. Bei einem Bombenanschlag auf eine Patrouille der Nationalgarde in Bakuba wurde ein irakischer Zivilist getötet.

Die Kämpfe seien durch durch einen Angriff Bewaffneter auf eine Bank ausgelöst worden, teilte ein örtlicher Regierungssprecher mit. Polizisten und Beamte der irakischen Nationalgarde seien eingeschritten. Die laut Augenzeugen mit Granaten und Sturmgewehren bewaffneten Rebellen hätten auch versucht, Regierungseinrichtungen anzugreifen. Mossul (Mosul) war in der Vergangenheit häufig Schauplatz von Rebellenanschlägen. Dort wurden auch die beiden Söhne Saddam Husseins, Udai und Kusai, von US-Truppen erschossen. Vergangene Woche waren fünf Menschen bei der Explosion einer Autobombe vor einer Polizeiwache ums Leben gekommen. Auch auf in der Stadt stationierte US-Truppen hat es immer wieder Angriffe gegeben.

Die vier Jordanier wurden von dem Stammesführer Scheich Haj Ibrahim Jassam befreit, wie dieser am Mittwoch erklärte. Die Männer seien unversehrt und hielten sich in seinem Haus auf, sagte der Scheich in Falluja. Die Jordanier waren am 27. Juli von einer bis dahin unbekannten Gruppe namens „Todesschwadron“ entführt worden.

Der türkische Außenminister Abdullah Gül bestätigte die Freilassung der beiden türkischen Lastwagenfahrer am Mittwoch. Die Gruppe Tawhid und Jihad des Jordaniers Abu Mussab al Zarkawi hatte zuvor in einem vom Fernsehsender Al Jazeera ausgestrahlten Video angekündigt, die Männer würden freigelassen, weil ihr Arbeitgeber seine Aktivitäten im Irak eingestellt habe. Die Gruppe hatte mit der Ermordung der beiden Türken gedroht, sollte das Unternehmen ihrer Forderung nicht nachkommen. Der türkische Spediteursverband hatte nach Bekanntwerden der Erschießung eines weiteren Türken am Montag angekündigt, seine Mitglieder würden keine Güter mehr für die US-Truppen im Irak transportieren.

Nach den Freilassungen befinden sich immer noch mehr als ein Dutzend Ausländer in der Hand von Entführern oder werden vermisst, darunter mindestens drei weitere Jordanier, drei Kenianer, drei Inder und ein Ägypter.

Das Amnestieangebot der irakischen Übergangsregierung soll nun doch nicht bei Tötungsdelikten gelten, wie ein Sprecher von Präsident Ghazi al Yawar mitteilte. Zunächst hatte die Regierung erklärt, der Straferlass solle für alle Aufständischen gelten. Nur wer weiterhin töte, werde hingerichtet. Der Amnestievorschlag sei vollständig ausgearbeitet und müsse noch von Ministerpräsident Iyad Allawi unterzeichnet werden, sagte der Sprecher. Al Jawer zufolge soll die Verabschiedung des Amnestieplans vor Wiedereinführung der Todesstrafe erfolgen. „Die Regel ist die Amnestie, und die Ausnahme die Todesstrafe“, sagte er.

Der Präsident kritisierte einen Vorschlag Saudiarabiens, wonach moslemische und arabische Truppen nur im Falle eines Abzugs der US-geführten Koalitionstruppen im Irak eingesetzt werden sollten. Dies sei inakzeptabel und sinnlos, sagte Al Yawar. Der Irak brauche die Erfahrung der Truppen, die bereits jetzt im Land stationiert seien.

Der irakische Verteidigungsminister Hazim al Shaalan warf dem Nachbarland Iran unterdessen erneut vor, die Gewalt im Irak zu unterstützen. Der Iran solle seine Rechnungen mit den USA nicht auf irakischem Boden begleichen, sagte Shaalan der Zeitung „Al Anba“. Allawi und das irakische Außenministerium haben sich von ähnlichen früheren Vorwürfen Shaalans distanziert. die Zeitung einen Beamten der Anti-Terror-Polizei.

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