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Irak: Polin entführt

Eine bisher unbekannte Extremistengruppe hat im Irak nach eigenen Angaben eine Polin entführt. Der arabische Nachrichtensender Al Jazeera zeigte am Donnerstag ein Video der Gruppe, die sich „Abu-Bakr-al-Sadik-Brigaden“ nennt.

Darin ist eine ältere Frau mit blonden Haaren zu sehen, hinter der mehrere bewaffnete, maskierte Männer stehen. Nach Angaben des Senders fordert die Frau die polnische Regierung in dem Video auf, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen. Sie sagte laut Al Jazeera, dass sie schon länger im Irak lebe. Weitere Angaben zur Identität der Frau machte der Sender nicht.

Nach Angaben des polnischen Rundfunks arbeitet die Frau bereits seit längerem im Irak. Eine Bestätigung der Entführung durch die polnischen Behörden gab es zunächst aber nicht. Im Irak sind derzeit rund 2.500 polnische Soldaten stationiert, die an der Spitze einer multinationalen Division eine eigene Besatzungszone verwalten.

Die Extremisten forderten den Abzug der polnischen Soldaten aus dem Irak. Der polnische Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski lehnte einen Abzug seiner Truppen aber umgehend ab. Die polnische Regierung werde sich keinen Forderungen von Kidnappern beugen, sagte der Minister in einem TV-Interview. Ein Sprecher des polnischen Generalstabs sagte, er könne die Entführung der Frau bisher nicht bestätigen. Ähnlich äußerte sich ein Mitarbeiter der polnischen Botschaft in Bagdad: „Wir haben dazu keinerlei Informationen.“

Berichten des polnischen Fernsehsenders TVN24 zufolge arbeitete die Geisel für die US-Armee. Unklar sei, ob die Frau die polnische Staatsangehörigkeit habe oder US-Bürgerin polnischen Ursprungs sei. Polen ist ein enger Verbündeter der USA im Irak. Das Land befehligt südlich von Bagdad eine 6.000 Mann starke internationale Truppe, darunter 2.500 polnische Soldaten.

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