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Irak: Offensive gegen Extremisten

Irakische und amerikanische Soldaten haben am Samstag eine Offensive in der Rebellenhochburg Tal Afar (Tel Afar) im Norden des Landes begonnen. Ziel sei es, alle "terroristischen Elemente aus der Stadt zu entfernen“.

Die Militäraktion war seit Wochen erwartet worden. Tal Afar ist von schätzungsweise 5.000 Soldaten umstellt, ein Großteil der 200.000 Einwohner soll die Stadt verlassen haben.

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete, die Soldaten durchkämmten in der Stadt Haus für Haus auf der Suche nach Aufständischen. Viele Einwohner der nahe der syrischen Grenze gelegenen Stadt seien vor den Gefechten geflohen. Die Regierung in Bagdad hatte am Vortag erklärt, die Operation werde so lange andauern, bis Recht und Ordnung hergestellt seien.

Die irakische Armee gab die Festnahme von 200 „Terroristen“ in der Stadt im Verlauf der bereits seit Mittwoch laufenden Militäraktion bekannt. Nach einem Bericht des irakischen Senders „Al-Irakiya“ sollen die meisten Ausländer sein, darunter aus Afghanistan, Syrien, Jemen, Sudan und Jordanien.

Bei einer Bombenexplosion in der Hauptstadt Bagdad wurden am Samstag fünf Menschen getötet, darunter drei Zivilpersonen. Sieben Sicherheitskräfte erlitten nach Krankenhausangaben Verletzungen. Der Sprengsatz galt offenbar einem Polizeikonvoi. In der zentralen so genannten Grünen Zone, wo die Regierung und die US-Botschaft untergebracht sind, schlugen zwei Granaten ein, wie die Polizei mitteilte. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Die Polizei hat in der Stadt Latifiya, 40 Kilometer südlich von Bagdad, die Leichen von achtzehn ermordeten Zivilisten entdeckt. Ein Polizeisprecher sagte am Samstag, die Zivilisten seien durch Schüsse in den Kopf und in den Rücken getötet worden. Man habe eine Untersuchung eingeleitet. In der Nähe von Hilla kamen vier irakische Polizeioffiziere durch eine Autobombenexplosion ums Leben. Elf weitere Polizisten wurden nach offiziellen Angaben durch die Explosion am Freitagabend nahe einer Polizeiwache verletzt.

In Falluja starben zwei irakische Soldaten durch einen von Aufständischen am Straßenrand deponierten Sprengsatz. Verschreckte Kameraden erschossen einen nahe stehenden Zivilisten, den sie irrtümlich für den Attentäter hielten. In derselben Stadt wurden drei Polizisten ebenfalls durch eine Bombenfalle auf der Hauptstraße getötet. Auch hier schossen aufgebrachte Streifenkameraden auf Zivilisten und verletzten nach Krankenhausangaben zwei von ihnen. Ein Kameramann von APTN (Associated Press Television News), Abdul Kamil Hassan, wurde in Samarra nördlich von Bagdad durch einen Sprengsatz schwer verletzt, wie die Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit „Reporter ohne Grenzen“ (RSF) am Samstag mitteilte.

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