Irak: Mehrere Tote nach Anschlägen

In Bagdad wurden bis zu sieben Menschen durch drei koordinierte Explosionen getötet und 13 weitere Zivilisten nach Angaben von Augenzeugen verletzt. Hochrangiger Regierungsmitarbeiter erschossen.

Nachdem eine Autobombe in der Nähe der technischen Universität detoniert war, explodierten wenig später in der Umgebung zwei weitere Sprengsätze. Die Attentäter hatten offensichtlich die Menge ins Visier genommen, die sich nach dem ersten Vorfall versammelt hatte.

Im Westen Bagdads wurde ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit von Bewaffneten erschossen. Zwei seiner Begleiter erlitten bei dem Angriff Verletzungen. In der Stadt Rasheed überfielen Bewaffnete einen Markt und töteten nach Polizeiangaben drei Menschen. „Sie haben die Menschen mit Kugeln durchsiebt“, sagte ein Polizist. Elf Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Die Einsatzkräfte hätten zwei der Bewaffneten getötet.

In Bagdads südlichem Vorort Doura tauchten am Mittwoch laut Augenzeugen Flugblätter von Aufständischen auf. In den Texten wurden die Bewohner des Viertels aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, da die Aufständischen in Doura Angriffe gegen US- und irakische Truppen planten.

In der Nähe von Kut, rund 160 Kilometer südöstlich von Bagdad, fanden Sicherheitskräfte die Leichen von sieben Männern. Die Opfer waren offenbar erschossen worden.

In der Ölstadt Kirkuk im Norden des Landes explodierte eine Bombe vor einem Cafe. Vier Menschen seien getötet und 16 verletzt worden, teilte die Polizei mit. In Kirkuk sind die Spannungen zwischen ethnischen Gruppen besonders deutlich spürbar. Vor allem Sunniten und Kurden kämpfen dort um die Macht.

Auseinandersetzungen zwischen Religionsgruppen standen auch hinter den Angriffen der vergangenen Tage, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden. Die Gewalt hat trotz eines nationalen Versöhnungsplans von Ministerpräsident Nuri al-Maliki seit dem Antritt der neuen Regierung im April nicht abgenommen.

In den USA herrscht Unklarheit über die Kosten des „Kriegs gegen den Terror“, der sich auch auf den Irak erstreckt. Die US-Regierung weiß nach Angaben des US-Rechnungshofes nicht, wie viel Geld sie der weltweite Kampf gegen den Terrorismus kostet. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 habe der US-Kongress rund 430 Milliarden Dollar (343 Mrd. Euro) für den Kampf gegen den Terror freigegeben, berichtete der Rechnungshof am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Darin seien die Kosten für militärische Einsätze und für den Wiederaufbau des Irak enthalten – aber niemand wisse, wofür das Geld genau ausgegeben worden sei. Die Regierungsstellen verlassen sich laut „Gouvernment Accountability Office“ (GAO) zu sehr auf Schätzungen statt auf tatsächliche Gegebenheiten.

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