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Irak: Kämpfe weiten sich aus

Nach der Einnahme des größten Teils Fallujas durch das US-Militär weiten die irakischen Aufständischen ihren Widerstand auf andere Landesteile aus.

Aber auch in der sunnitischen Rebellen-Hochburg selbst gab es am Montag wieder Straßenkämpfe. Der irakische Übergangspräsident Iyad Allawi warnte in diesem Zusammenhang vor zu großen Erwartungen. Es werde noch einige Zeit dauern, bis Falluja den Einwohnern zurückgegeben werden könne.

Unterdessen ließ eine Extremistengruppe zwei weibliche Verwandte Allawis frei, die in den ersten Tagen der Falluja-Offensive entführt worden waren. Eine der Frauen ist im neunten Monat schwanger. Wie arabische Nachrichtensender in der Nacht zum Montag berichteten, befindet sich Allawis Cousin, Ghazi Allawi (75), aber immer noch in der Gewalt der Geiselnehmer. Die Entführer hatten ein Ende der Falluja-Offensive gefordert und mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht.

In der Stadt Bakuba kam es am Montag zu Gefechten zwischen Aufständischen und der irakischen Polizei. Augenzeugen berichteten, es seien Explosionen und Schüsse zu hören gewesen. Bewaffnete Banden zögen durch Bakuba und das angrenzende Buhris, sagten Bewohner. Polizeistationen seien angegriffen worden, ebenso wie ein US-Stützpunkt in der Gegend. Die US-Streitkräfte erklärten, Rebellen hätten aus einer Moschee in Bakuba das Feuer auf irakische Polizisten eröffnet. Diese hätten die Moschee daraufhin gestürmt und im Innern ein Waffenlager entdeckt. Bakuba und Buhris liegen knapp 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad.

Augenzeugen wiesen die Einschätzung des irakischen Ministerpräsidenten Allawi zurück, bei den einwöchigen Kämpfen in Falluja seien keine Zivilisten getötet worden. Ein Reuters-Reporter berichtete aus der Stadt, in den Straßen lägen zerfetzte Leichen. Zahlreiche Häuser, darunter auch Moscheen, seien zerstört. Strom- und Telefonleitungen hingen zerrissen an den Masten. Ein Mitglied einer irakischen Hilfsorganisation berichtete im Fernsehsender Al Jazeera, er habe am Sonntag in einer Straße im Bezirk Jolan 22 Leichen zwischen Trümmern liegen sehen, darunter zwei Kinder. „Einige der Leichen, die wir sahen, waren von streunenden Hunden und Katzen angefressen. Es war ein grauenhafter Anblick.“

In Falluja sind seit Beginn der Offensive am Montag vergangener Woche keine Hilfslieferungen mehr angekommen. Seit dem Wochenende warten die Fahrer von sieben Lastwagen mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten vor dem Haupt-Krankenhaus am westlichen Stadtrand auf die Weiterfahrt ins Zentrum. Nach Angaben des Roten Halbmonds benötigen mindestens 150 Familien in der Stadt dringend Hilfe. Ein Einwohner berichtete Reuters am Sonntag, seine sieben Kinder litten unter starkem Durchfall und hätten seit Tagen nichts gegessen.

Ein US-Kommandant sagte, er wisse nichts von in der Stadt eingeschlossenen Zivilisten. „Es besteht keine Notwendigkeit, Lieferungen in das Stadtzentrum zu bringen, wir haben selbst Hilfsgüter für die Menschen“, sagte er vor dem Haupt-Krankenhaus. Die Verletzten würden aus dem Zentrum herausgebracht und die Hilfsgüter könnten auch vor dem Krankenhaus verteilt werden. Ein Sprecher des Roten Halbmondes äußerte sich enttäuscht darüber, dass die US-Truppen die Lastwagen nicht in das Zentrum fahren ließen und kündigte deren Rückkehr nach Bagdad an.

In Mossul (Mosul) im Norden des Landes toben seit Tagen erbitterte Kämpfe zwischen Aufständischen, irakischen Sicherheitskräften und der US- Armee. Am Montag kam es nach Informationen des irakischen Fernsehens zu heftigen Kämpfen um eine Polizeistation im Zentrum der Stadt.

Bei stundenlangen Feuergefechten mit Aufständischen sind am Montag nahe Bagdad sieben irakische Sicherheitskräfte getötet worden. Fünf weitere wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Bewaffnete griffen demnach am frühen Morgen fast gleichzeitig eine Polizeistation und einen Stützpunkt der Nationalgarde in Suwaira an, rund 40 Kilometer südlich von Bagdad. Zuvor hatten Nationalgardisten das Feuer auf ein mit Sprengstoff beladenes Auto eröffnet, das auf ihren Stützpunkt zufuhr, und den Fahrer getötet.

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