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Irak: Festnahmen nach Anschlag

Nach dem Anschlag auf das irakische Parlament sind einem Abgeordneten zufolge drei Mitarbeiter der Kantine festgenommen worden, in dem sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hatte.

Konkrete Anschuldigungen gegen sie lägen aber bisher nicht vor, sagte der Parlamentarier Hassan al-Senaid von der regierenden Schiitischen Allianz am Freitag. Auch gegen einige Wachleute werde ermittelt, aus ihrem Kreis sei aber niemand festgenommen worden.

Bei dem Anschlag am Vortag waren nach US-Angaben acht Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden. Zur Zeit des Attentats aßen viele Abgeordnete in dem Parlamentsrestaurant zu Mittag. Es war der erste Selbstmordanschlag im streng gesicherten Regierungsviertel Bagdads seit anderthalb Jahren.

Parlament hielt Sondersitzung

Als Zeichen der Standfestigkeit im Angesicht des Terrors haben sich die irakischen Abgeordneten einen Tag nach dem Selbstmordanschlag in der Kantine des Parlamentsgebäudes zu einer Sondersitzung versammelt. Parlamentspräsident Mahmud al-Mashhadani sagte: „Dass wir heute diese Sitzung hier abhalten, ist eine deutliche Botschaft an die Terroristen.“ Er sei stolz, dass so viele Abgeordnete erschienen seien, betonte er.

Gleichzeitig erklärte er, die Iraker würde den Vertretern jeder äußeren Macht, die sich in ihre inneren Angelegenheiten einmische, „die Hand abhacken“. Beobachter in Bagdad werteten dies als Anspielung auf die jüngsten Drohungen der türkischen Armee gegen die Kurden im Nordirak. Der türkische Armeechef Yasar Büyükanit hatte am Donnerstag offen eine Militäroperation gegen die Rebellen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nachbarland gefordert.

Unter den Opfern des Anschlags auf das irakische Parlament vom Donnerstag waren zwei sunnitische und ein schiitischer Abgeordneter. Irakische Medien berichteten am Freitag, unter den mehr als zwanzig Verletzten seien besonders viele sunnitische Araber, die im Parlament mit rund 40 Abgeordneten weniger stark vertreten sind als die Schiiten und Kurden.

Die US-Armee berichtete unterdessen, ein amerikanischer Soldat sei im Norden Bagdads von Aufständischen erschossen worden. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Polizeipatrouille sei in der Nähe der Stadt Hilla ein Polizist getötet worden. In Mossul hätten Bewaffnete Scheich Mohammed al-Nuaimi, ein Mitglied des sunnitischen Rates der Religionsgelehrten, auf seinem Weg zur Freitagspredigt erschossen.

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