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Irak: Feldwebel gesteht Folter

Der höchstrangige Angeklagte im Folterskandal bei den US-Streitkräften im Irak, der 38jährige Feldwebel Ivan Frederick, hat sich in fünf Punkten für schuldig erklärt. Das Urteil wird für Donnerstag erwartet.

Der US-Feldwebel gestand vor einem amerikanischen Militärgericht in Bagdad die Misshandlung von Gefangenen, Körperverletzung, die Verschwörung mit anderen, obszönes Verhalten und Pflichtversäumnis.

Frederick wurde beschuldigt, im Gefängngis Abu Ghraib auf Gefangene gesprungen zu sein, sie auf Hände und Füße getreten und einen Häftling mit einem Faustschlag gegen die Brust verletzt zu haben. Auch soll er mitgewirkt haben, einem Häftling Elektrokabel an die Haut anzubringen und diesem zu drohen, dass er einen Stromschlag erhalte, wenn er von einer Kiste fallen würde.

Ferner soll er zugeschaut haben, als eine Gruppe von Gefangenen zur Masturbation gezwungen und dabei fotografiert wurde. Der Militärstaatsanwalt bereitete zunächst zwölf Anklagepunkte vor, reduzierte dies aber in Absprache mit Fredericks Verteidigung auf fünf.

Eine Anhörung im Verfahren gegen Frederick fand im August auf einem US-Stützpunkt in Mannheim statt. Für Aussagen von zehn der elf Zeugen der Verteidigung waren Videoleitungen nach Washington und Europa vorbereitet. Bereits im Mai wurde der Soldat Jeremy Sivits nach einem Schuldeingeständnis zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt und aus den Streitkräften entlassen. Die Affäre wurde im April mit der Veröffentlichung von Fotos ausgelöst, die Iraker in demütigenden Posen zeigen.

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