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Irak: Ex-Häftling erkennt sich auf Foto wieder

Ehemalige irakische Insassen des Gefängnisses in Abu Ghraib bei Bagdad haben in einer US-Zeitschrift von ihren Misshandlungen durch US-Soldaten berichtet.

Wie das Magazin „Time“ am Sonntag berichtete, erkannte sich einer von ihnen, Haider Sabbar Abed el Abbadi, auf einem bekannten Foto wieder: Er sei der nackte Häftling mit einem Sack über dem Kopf, auf dessen Genitalien eine US-Soldatin mit dem Finger zeigt. Er sei auch auf dem Foto abgebildet, das aufeinandergestapelte nackte Gefangene zeigt.

Ein anderes Foto zeige ihn zusammen mit einem nackten Mithäftling, der vor ihm niederknie, berichtete der Ex-Gefangene weiter. Jemand habe seinen Penis in den Mund genommen. Als die Soldaten ihm den Sack vom Kopf nahmen, habe er seinen Freund erkannt. Währenddessen seien Fotos gemacht worden. Er sei insgesamt neun Monate in Haft gewesen, sei aber in der Zeit kein einziges Mal verhört worden. Auch sei keine Anklage gegen ihn erhoben worden.

Der 54-jährige Nabil Shakar Abdul Razak el Taiee sagte dem „Time“-Magazin, er habe US-Soldaten noch im März dabei beobachtet, wie sie Gefangene schlugen. Einer der Gefangenen sei psychisch labil gewesen. Dieser sei tagelang in einem Frachtcontainer festgehalten worden.

Ein weiterer Ex-Gefangener, Mohammed Unis Hassan, sagte, er sei wegen der Plünderung einer Bank im Juli für sieben Monate inhaftiert worden. Er habe regelmäßig Wächter gesehen, die auf dem Fußboden des Gefängnisflures mit weiblichen Gefangenen Sex hatten. Er selbst sei geschlagen worden, weil er Zigaretten versteckt habe. Einmal sei er gegen die Gitter seiner Zelle gestoßen und so heftig aufs Auge geprügelt worden, dass er drei Monate lang nur verschwommen habe sehen können. Der ehemalige Häfling Walid Sabih el Delami berichtete dem „Time“-Magazin, er sei drei Mal mit gefesselten Beinen und Armen an einem Haken aufgehängt worden.

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