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Irak: Dramatischer Appell der Geiseln

In einem dramatischen Appell haben die beiden im Irak entführten Deutschen René Bräunlich und Thomas Nitzschke die deutsche Regierung um Hilfe gebeten.

„Wir sind jetzt seit über 60 Tagen hier gefangen. Wir sind am Ende unserer Nerven. Bitte helfen Sie uns. Wir halten es nicht mehr länger aus. Bitte helfen Sie uns“, sagte Nitzschke in seiner etwa 10 Sekunden dauernden Botschaft, die auf einer islamistischen Internetseite verbreitet wurde.

Die Entführer stellen angeblich ein letztes Ultimatum. Auf der in dem Videoausschnitt im Hintergrund gezeigten schwarzen Schrifttafel steht in Arabischer Schrift auch: „Im Namen Gottes des Barmherzigen Bataillon der Unterstützer des Tawhid und der Sunna“. Bräunlich und Nitzschke tragen auf dem Video inzwischen Bärte. Sie machen einen erschöpften Eindruck.

Das Video tauchte zweieinhalb Monate nach der Entführung auf einer islamistischen Internetseite auf und stammte offensichtlich vom 28. März. Seit der Entführung der beiden Leipziger am 24. Januar sind inzwischen 75 Tage vergangen. Die Mutter Bräunlichs, Ingeborg Bräunlich, bestätigte am Sonntag, dass das Bundeskriminalamt sie über das neue Video informiert habe. Die Beamten wollten aber zunächst das Band auswerten.

Das Auswärtigen Amt bestätigte lediglich dass ein Videoband vorliege. Zu Details wollte sich eine Sprecherin am Sonntag nicht äußern. Das Band – es ist insgesamt das vierte Video – müsse noch analysiert werden.

Die Entführer drohen nach weitergehenden Presseberichten in einem „letzten Ultimatum“, die beiden Deutschen zu töten, wenn nicht irakische Gefangene der US-Streitkräfte frei gelassen würden. In der schriftlichen Erklärung heißt es den Berichten zufolge: „Falls ihr unsere Forderungen nicht erfüllt, die gefangenen Männer und Frauen aus den Gefängnissen freizulassen und nicht jegliche Unterstützung für die Amerikaner und ihre Helfer aufgebt … wird ihnen sofort die gerechte Strafe widerfahren.“

Wie die Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, sind derzeit „Experten des Krisenstabes und der relevanten Stellen“ dabei, das Video auszuwerten. Dies sollte den Angaben zufolge bis in die Nacht dauern. Der Krisenstab wollte am Montagmorgen zu einer Sitzung zusammenkommen und sich mit den Ergebnissen befassen.

Die beiden Leipziger Bräunlich (32) und Nitzschke (28) waren in der nordirakischen Region um die Stadt Baidji von Bewaffneten entführt worden. Der Krisenstab im Auswärtigen Amt bemüht sich seitdem um eine Lösung. Das bislang jüngste Lebenszeichen in Form einer Videobotschaft stammt von Anfang Februar.

Ingeborg Bräunlich, sagte, die BKA-Beamten wollten sie nach der Auswertung des Bandes nochmals anrufen. „Eine Bestätigung von den Behörden ist mir schon wichtig. Es gab ja schon einmal eine Ente“, sagte sie. Sie wusste zunächst nichts Näheres, angesichts der Nachrichten zeigte sie sich aber voller Hoffnung: „Als ich von dem Video gehört habe, habe ich mich gleich ans Internet gesetzt“. Das sei derzeit auch ihre einzige Informationsquelle.

Nach dem neuen Lebenszeichen von Bräunlich und Nitzschke wollen sich Angehörige, Freunde und Kollegen am Montag in der Leipziger Nikolaikirche bei einem Friedensgebet mit besonderem Nachdruck für die Freilassung der beiden einsetzen. Danach ist die 21. Mahnwache geplant.

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