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Irak: Dominikanische Republik zieht Truppen ab

Ungeachtet der amerikanischen Bemühungen um den Erhalt der Irak-Koalition hat nach Spanien und Honduras auch die Dominikanische Republik den Rückzug ihrer Truppen angekündigt.

Streitkräfteminister Jose Miguel Soto Jimenez sagte am Dienstag in Santo Domingo, die rund 300 dominikanischen Soldaten würden in der nächsten oder übernächsten Woche wieder in der Heimat sein.

Präsident Hipolito Mejia habe entschieden, dass die rund 300 Soldaten so schnell wie möglich in die Heimat zurückkehren sollten, sagte Soto Jimenez. „Der Präsident glaubt, dass unnötige Risiken vermieden werden sollten“, fügte er hinzu. Die Soldaten hätten beim Wiederaufbau des Landes helfen sollen, aber die Situation sei sehr Besorgnis erregend. Die Truppen der Dominikanischen Republik hatten ein Mandat bis Juni. Am Montag hatte Honduras den Abzug seiner knapp 400 Soldaten erklärt, die wie die dominikanischen in der spanischen Brigade „Plus Ultra“ stationiert sind.

US-Präsident George W. Bush hatte am Dienstag vor der Entscheidung der Dominikanischen Republik erklärt, trotz der angekündigten Truppenabzüge Spaniens und Honduras’ sei die Koalition im Irak ungebrochen. „Wir müssen weiter eine Koalition der Willigen aufrechterhalten, um robust und entschlossen zu bleiben“, sagte Bush auf einer Wahlkampfveranstaltung seiner Republikanischen Partei.

Auch in Thailand entbrannte eine Diskussion über den Abzug der 443 im Irak stationierten Soldaten. Ministerpräsident Thaksin Shinawatra lehnte einen Rückzug am Dienstag ab, erklärte aber, wenn sich die Lage weiter verschärfe, müsse die Regierung den Abzugstermin im September überdenken.

Italien sicherte dagegen den USA seine weitere Unterstützung im Irak zu. Nach einem Gespräch mit US-Außenminister Colin Powell sagte der italienische Außenminister Franco Frattini am Dienstag in Washington: „Italien ist und bleibt entschlossen, einen demokratischen, freien und wohlhabenden Irak aufzubauen.“ Powell bedankte sich für die „Standhaftigkeit“ Italiens in schwierigen Zeiten.

Zuvor hatte Powell nach Angaben seines Sprechers die Außenminister von 13 verbündeten Staaten angerufen und über die Sicherheitslage im Irak gesprochen. Die Außenminister von Rumänien und Bulgarien versicherten Powell dabei, ihre insgesamt rund 1.000 Soldaten würden im Irak bleiben. Südkorea setzte am Mittwoch seine Truppenstationierungen trotz der kurzzeitigen Entführung von drei südkoreanischen Zivilisten wie geplant fort und entsandte 330 Militäringenieure und Mediziner in die südirakische Stadt Nassiriya, wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte.

Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos trifft am Mittwoch in Washington mit Powell zusammen. Nach dem Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak will Moratinos den USA ein stärkeres Engagement in Afghanistan und auf dem Balkan in Aussicht stellen. US- Präsident Bush hatte den am Sonntag verkündeten Abzug der rund 1.300 spanischen Soldaten scharf kritisiert.

Der provisorische irakische Regierungsrat hat nach US-Medienberichten ein Tribunal für den Prozess gegen Ex-Diktator Saddam Hussein eingerichtet. Es seien sieben Richter und vier Ankläger ausgewählt worden, berichtete der Sender CNN am Dienstag unter Berufung auf einen Sprecher der Übergangsregierung in Bagdad. Das Tribunal sei mit 75 Millionen Dollar (62,9 Mio. Euro) ausgestattet. Ein Datum für den Prozessbeginn stehe noch nicht fest.

Bei einem Mörsergranaten-Angriff auf das größte Gefängnis in Bagdad sind am Dienstag 22 Häftlinge getötet worden. Rund 100 Menschen seien verletzt worden, als 18 Granaten auf dem Gelände des Gefängnisses in Abu Ghraib einschlugen, berichtete das US-Militär in Bagdad. Nach Angaben des italienischen Fernsehens wurden auch auf den Sitz der Koalitions-Zivilverwaltung in Nassiriya drei Mörsergranaten abgefeuert. Dabei sei jedoch niemand verletzt worden.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi rechnet indes mit einer baldigen Freilassung der drei italienischen Geiseln im Irak. „Wir sehen in vertrauensvoller Erwartung auf die Ereignisse der nächsten Stunden“, sagte er nach Angaben des staatlichen italienischen Fernsehens am Dienstagabend in Moskau. Einzelheiten nannte er nicht. Von den ursprünglich gekidnappten vier Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes war am Mittwoch einer erschossen worden.

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